Um 19 Uhr geht Curacao am Sonntag als krasser Außenseiter in den WM-Auftakt der Gruppe E gegen Gigant Deutschland. Sportlich werden dem Fußballzwerg kaum Chancen auf die K.o.-Phase zugetraut.
Curacao noch nie zuvor gehört? Auf der Landkarte findet man die WM-Nation in der südlichen Karibik, nur etwa 60 Kilometer nördlich vor der Küste von Venezuela. Die Insel zählt als eigenständiges Land zum Königreich der Niederlande. Diese Mischung ist überall zu spüren: Niederländische Kolonialbauten treffen auf karibische Farben, im Alltag hört man mehrere Sprachen und natürlich gibt es jede Menge Strände.
In den letzten Jahren wurde Curacao als Urlaubsziel bekannter. Trotzdem geht es hier deutlich ruhiger zu als auf anderen Karibikinseln wie etwa der Dominikanischen Republik. Das bekannteste Ziel auf Curacao ist wohl die Hauptstadt Willemstad. Die bunten Fassaden der Häuser mit niederländischem Einschlag, die sich direkt am Wasser aneinanderreihen, sind ein echter Blickfang und wirken fast wie eine Filmkulisse. Die historische Altstadt mit dem Hafen gehört seit 1997 zum UNESCO-Welterbe.
Der Tourismusverband der Insel wirbt mit mehr als 35 Stränden. Viele davon liegen in kleinen Buchten mit ruhigem Wasser – perfekt zum Schwimmen oder Schnorcheln, mit vielen Gasthäusern oder Strandclubs. Wer es ursprünglicher mag, sollte in den wilden Westen der Insel fahren. Dort warten ebenfalls Buchten mit glasklarem Wasser, wie man sie sich von der Karibik vorstellt. Die zerklüftete Küste macht die Suche nach einsamen Plätzen aber zu einem richtigen Abenteuer.
Ein echter Tipp für Ausflüge ist Klein Curacao. Diese kleine, flache Nachbarinsel hat weißen Sand, klares Wasser, einen alten Leuchtturm und Schiffswracks zu bieten. Boote setzen meist am Vormittag auf das unbewohnte Eiland über. Große Sehenswürdigkeiten gibt es zwar nicht, aber die Abgeschiedenheit macht den Reiz aus.
Und dann ist da noch der berühmte Likör, der den Namen Curacao in der ganzen Welt bekannt gemacht hat. Besonders die blaue Variante steht in unzähligen Bars im Regal und wurde durch verschiedene Cocktails richtig populär. Traditionell werden für den Likör die Schalen der Laraha, einer mit der Insel eng verbundenen Bitterorange, verwendet. Die blaue Farbe kommt allerdings nicht von der Frucht selbst, sondern von zugesetzten Farbstoffen. Der ursprüngliche Curacao-Likör war farblos bis leicht gelblich.
Sportlich ist beim WM-Duell mit Deutschland die Rollenverteilung klar: Der Fußballriese trifft auf einen kleinen Außenseiter.