Cyber-Cops: Jeder Polizist erhält jetzt Smartphone

Die Exekutive ist bald total digital: Jeder Beamte erhält bis 2019 ein iPhone7 und jede Dienststelle ein Tablett. Plus: eine eigene Polizei-App (MPK).
Bis Ende 2019 soll jeder Polizist in Österreich ein dienstliches Smartphone erhalten und jede Dienststelle mit einem Tablet ausgestattet werden. Konkret: ein IPhone 7 mit 32 GB mit Rundumseitenrahmen und Panzerfolie. Anbieter und Ausrüster ist A1. Mit entsprechenden Apps werden Beamte im Außendienst jederzeit auf die wichtigsten Datenbanken zugreifen und über einen dienstlichen Messenger Dateien und Fotos versenden können (die sogenannte MPK, die eigens für die österreichische Exekutive entwickelt wurde). Mit September 2017 wird die Ausgabe der Smatphones und Tablets beginnen, in exakt einem Jahr wird ein Drittel der Beamten die Dienst-Handys haben, bis Ende 2019 jeder Polizist.

"Ein notwendiger Schritt in unserer Zeit", verkündeten Innenminister Wolfgang Sobotka (VP) und der Generaldirektor für Öffentliche Sicherheit, Konrad Kogler (Anm.: in seinem vermutlichen letzten großen Auftritt in dieser Funktion, er wird am 31.8. als neuer Landespolizei-Chef für NÖ angelobt) bei einer Pressekonferenz in Wien am Dienstag.



Praktisch: Ladendieb ohne Ausweis


Wie praktisch die MPK-App sowie die Smartphones im Polizei-Alltag sind erklärt der Innenminister anhand eines Beispiels: "Ein Ladendieb stiehlt in einem Geschäft Kleidungsstücke. Er wird erwischt, die Polizei kommt, der Verdächtige hat keine Dokumente mit, sagt aber, dass er bereits erkennungsdienstlich behandelt worden ist. Bisher mussten die Beamten mit dem Beschuldigten entweder an dessen Wohnadresse einen Ausweis holen oder auf die Inspektion fahren, um das Foto in den Datenbanken mit dem Beschuldigten abzugleichen. Das spart sich in Zukunft die Polizei."

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Die Sicherheit der Daten hat oberste Priorität. Mit dem MDM (Mobile Device Management) werden unter anderem Berechtigungen, Benutzerprofile sowie Geräte- und Appverwaltung zentral gesteuert. Damit ist der Zugriff durch Unbefugte ausgeschlossen. Die Übertragung erfolgt durch moderne Verschlüsselung wie auch die Trennung zwischen öffentlichen und dienstlichen Apps. Ein weiteres Kernstück der Handys ist der Polizei-Messenger mit einer eigenen Chatgruppe.

Alle erzeugten Daten werden auf zentralen BMI-Servern abgelegt.

Das Know-How hatte sich die Polizei in den letzten 24 Monaten in Holland, München, Hamburg, Zürich und St. Gallen geholt (dort gibt es bereits derartige Kommunikationssysteme). Die Vorteile für Bürger liegen auf der Hand: Zeitersparnis, mehr Infos vor Ort. Für die Polizei: Zeitersparnis, Eigensicherung, höhere Erfolgsquote, entlastete Leitstellen. (Lie)

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