Cyberterror? Virus legt AKWs lahm

Ein mysteriöser Computervirus beschäftigt derzeit Sicherheitsexperten aus der ganzen Welt. Sie befürchten den Anbruch eines neuen Zeitalter des Cyberterrors, nachdem der Wurm Stuxnet Industrieanlagen und (Atom)kraftwerke in mehreren Ländern befallen hat. Der Urheber ist weiterhin unbekannt, vermutet wird jedoch ein Geheimdienst.

Am 29. September soll im Rahmen einer Konferenz des Fachmagazins "Virus Bulletin" der Wurm Stuxnet besprochen werden. Denn Sicherheitsexperten der IT-Branche rätseln nach wie vor, vorher der Virus kommt und was seine eigentliche Aufgabe ist.

"Ich denke, dass dies der Auftakt zu einem neuen Zeitalter ist: die Zeit des Cyber-Terrorismus, der Cyber-Waffen und der Cyber-Kriege", zitierte der Spiegel Eugene Kaspersky, Chef und Mitgründer von Kaspersky Lab. Dieses Schadprogramm sei nicht konzipiert worden, um Geld zu stehlen, Spam zu versenden oder persönliche Daten auszuspionieren: Es sei entwickelt worden, um Fabriken und industrielle Anlagen zu sabotieren. Kaspersky Lab geht davon aus, dass Stuxnet ein Prototyp künftiger Cyber-Waffen sein könnte und ein Wettrüsten in Gang setzen wird.

Physische Bedrohung

Auch der Iran ist sich sicher, Ziel eines derartigen Angriffs geworden zu sein, nachdem 30.000 Rechner im ganzen Land befallen wurden. Dazu gehört auch die Atomanlage Buschehr. Es liegt daher der Verdacht nahe, dass ein Geheimdienst die Inbetriebnahme des AKWs im Oktober verhindern wollte. Einer Untersuchung der IT-Sicherheitsfirma Symantec zufolge stehen knapp 60 Prozent der infizierten Rechner in Iran, fast 20 Prozent in Indonesien, gut acht Prozent in Indien.

Der Virus zielt auf Windows-Systeme und nutzt Sicherheitslücken in dem Microsoft-Betriebssystem aus. Das Besondere an Stuxnet ist aber die Tatsache, dass Industrieanlagen angegriffen werden, die durch sogenannte SCADA-Technologie (Supervisory Control and Data Acquisition) aus dem Hause Siemens gesteuert werden. Somit stellt der Virus eine reale, physische Bedrohung dar. Es bleibt Abzuwarten, ob die IT-Branche Ende September etwas Licht in die Sache bringen kann.

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