Kaninchen, Hühner oder Pferde

Dänischer Zoo bittet um Haustierspenden als Futter

Der Aalborg Zoo in Dänemark sorgt für Diskussionen, nachdem er dazu aufgerufen hat, überschüssige Haustiere als Futter für Raubtiere zu spenden.
Newsdesk Heute
25.06.2026, 09:55
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

Ein Aufruf des Aalborg Zoos in Dänemark hat im Internet für Aufregung gesorgt. In einem Facebook-Posting bat der Zoo die Bevölkerung, nicht mehr gewünschte Haustiere wie Hühner, Kaninchen, Meerschweinchen und sogar Pferde zu spenden. Diese Tiere würden laut Zoo "sanft eingeschläfert" und anschließend als Futter an Raubtiere im Zoo verfüttert.

Tierschutz versus Tierwohl

Die Maßnahme soll das natürliche Fressverhalten der im Zoo gehaltenen Raubtiere wie den Luchs fördern. Ziel ist es, den Tieren eine möglichst naturnahe Ernährung zu bieten, indem sie ganze Beutetiere erhalten, so der Zoo. Der Aufruf führte rasch zu einer Kontroverse: Während einige Nutzer die Methode als pragmatisch lobten, zeigten sich andere schockiert über die Vorstellung, Haustiere als Futter zu verwenden.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Der Aalborg Zoo betont, dass Hunde und Katzen ausdrücklich vom Programm ausgeschlossen sind. Die Praxis, überschüssige Haustiere als Futter einzusetzen, sei in Dänemark nicht unüblich und werde bereits seit Jahren so gehandhabt. Zooleiterin Pia Nielsen erklärte: "Wenn man Raubtiere hält, ist es notwendig, ihnen Fleisch – idealerweise mit Fell, Knochen usw. – zu geben, damit sie eine möglichst natürliche Nahrung erhalten."

Expertenmeinungen und internationale Vergleiche

Fachleute bestätigen, dass eine Ernährung mit kompletten Tierkörpern wichtig für das Wohlbefinden von Raubtieren ist. In den USA werden meist industriell verarbeitete Fleischprodukte verfüttert, während in Europa häufiger ganze Tiere zum Einsatz kommen. Craig Packer, Direktor des Lion Center an der Universität Minnesota, meint dazu: "Das Problem beim Verfüttern von nur Muskelfleisch ist, dass Innereien wie Leber oder Herz viel nährstoffreicher sind – wilde Löwen fressen zuerst die Innereien."

In Österreich ist es nicht erlaubt, Haustiere einfach an einen Zoo zu spenden, um sie dort als Futter verwenden zu lassen. Der Tiergarten Schönbrunn in Wien nimmt prinzipiell keine von Besuchern mitgebrachten Haustiere als Futter an. In Dänemark hatte es bereits früher international für Schlagzeilen gesorgt, als Zoos Tiere wie Löwen und Giraffen einschläferten und ihre Körper an die Raubtiere verfütterten, um Inzucht zu verhindern oder die Population zu regulieren.

{title && {title} } red, {title && {title} } 25.06.2026, 09:55
Jetzt E-Paper lesen