Dämonen und Tieropfer: Haft für "Geisterheiler"

Der Angeklagte
Der AngeklagteBild: privat

Mit unkonventionellen Methoden versprach ein 53-Jähriger Heilung und zockte Frauen mit absurden Investitionen ab. Schaden: 50.000 Euro. Jetzt musste er in Sankt Pölten vor Gericht.

Ein Akademiker musste jetzt am Landesgericht Sankt Pölten auf die Anklagebank: Der Ägypter (53) soll laut Anklage seinen Opfern, vor allem einer Frau (44), rund 53.000 Euro abgeknöpft haben.

Der 44-Jährigen hatte sich der verheiratete, vierfache Familienvater als geschieden vorgestellt. Sie verliebte sich in den „seriösen Mann" im feinen Zwirn und Jaguar-Kutsche, hoffte auf eine gemeinsame Zukunft, öffnete in der Folge Herz und Brieftasche für ihn.

Stieropfer gegen Homosexualität

Frech: Unter einem anderen Namen - er kannte ja ihre Probleme und jene ihrer Bekannten – kontaktierte er die 44-Jährige als „Geist(er)heiler" übers Internet, versprach ihr, deren Sohn von homosexuellen Neigungen „erlösen" zu können. Dafür müsse er nur zwei Stiere opfern und 1.000 Euro kassieren. Die Frau bezahlte. Die 44-Jährige und der Ägypter heirateten sogar nach islamischen Recht.

Der „Geistheiler" konnte aber auch Dämonen abwehren, investierte in Mangoplantagen und Diamanten. Gesamtschaden: rund 53.000 €.

Der bereits in früheren Jahren als falscher Diplomat und Gynäkologe aufgetretene und verurteilte Mann (Rechtsanwalt Rifaat) zeigte sich großteils geständig. Das Urteil: 22 Monate Haft (nicht rechtskräftig). (Lie)

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