Konzert im Zeichen von Anstand und Abstand

Als Dank an die "Nachtwächter" der Ausstellung "Gegen das Vergessen" trat am Samstag "Fuzzman" auf. Er besang den "Abstand zu Pfeifen" und lobte jene, die aufstanden.
Nachdem die Fotoausstellung "Gegen das Vergessen", die großformatige Bilder von Holcaust-Überlebenden zeigt, dreimal geschändet wurde – "Heute" hat berichtet – organisierten mehrere Organisationen, darunter die young Caritas, die Islamische Jugend Österreichs oder die österreichisch-jüdische Hochschülerschaft eine spontane Mahnwache.

Rund um die Uhr harrten viele hundert Freiwillige bei Wind und Regen auf der Ringstraße (City) auf, um die Ausstellung zu bewachen. Um für diesen Einsatz Danke zu sagen, fand am Samstagabend im Museumsquartier Wien ein Fest mit Gratis-Konzert statt.

Stadtchef lobte "Schulterschluss der Zivilgesellschaft"

Eröffnet wurde das Fest von Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ). Der Stadtchef bezeichnete die Zerstörung der Ausstellung als "beklemmend zu erleben". Es sei furchtbar, dass jene, die bereits Opfer der Shoa wurden, nun nochmals geschändet wurden.

CommentCreated with Sketch.2 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Daher müsse man sehr genau aufpassen, denn "wo Fotos von Gesichtern zerstört werden, besteht die Gefahr, dass auch Menschen angegriffen werden", so Ludwig. Daher habe ihn der "Schulterschluss der Zivilgesellschaft" besonders gefreut und dass bei der Mahnwache "auch so viele junge Menschen dabei waren und aufgezeigt haben 'das ist nicht meine Stadt, nicht unser Österreich'", betonte der Bürgermeister Ludwig.

Den "Mahnwächtern" richtete der Stadtchef seinen "herzlichen Dank" aus. Die Mahnwache als Akt des Anstandes und Aufstehens für Solidarität sei keine Selbstverständlichkeit. "Man kann denen, die für uns alle und unsere Zukunft aufgestanden sind, gar nicht oft genug danken", so Ludwig.

"Wir haben Geschichte geschrieben"

Ihren Dank drückten auch die Organisatoren des Konzerts Alice Uhl und Agnesa Isufi von der young Caritas aus. Gemeinsam mit dem Fotografen der Ausstellung, Luigi Toscano und der Bundesvorsitzenden der muslimischen Jugend Österreichs, Nermina Mumic ließen sie gemeinsam noch einmal die über 130-stündige Mahnwache Revue passieren.

Gemeinsam habe man einen "Akt des Hasses in Liebe" verwandelt, erklärte Uhl. Sie erzählte, wie immer mehr Menschen an der Mahnwache teilnahmen, andere kamen und brachten Essen oder Trinken vorbei.

"Wir hatten aber auch tolle Unterstützung durch die Stadt Wien, die Polizei oder die Feuerwehr, die uns Zelte und Feldbetten zur Verfügung gestellt haben. Alle waren toll", so Uhl. Gemeinsam habe man auch Geschichte geschrieben, die nun auch das Haus der Österreichischen Geschichte zu einem Projekt mache. "Alle Teilnehmer der Mahnwache sind eingeladen, sich beim Haus der Geschichte zu melden und ihre persönlichen Erfahrungen zu erzählen. Diese werden dann aufgeschrieben und gesammelt", so Uhl.

Sänger widmet 1. Lied den "Pfeifen, die Fotos zerstören"

Nach einem Auftritt des Chor29 novembar betrat dann Hauptact "Fuzzman" die Bühne.

Sänger Herwig Zamernik widmete den ersten Song "Haltet Abstand" all den "Pfeifen, die es notwendig haben, Fotos zu zerstören" und all jenen, die ein Klima erzeugen, das das möglich macht. Rund zweieinhalb Stunden begeisterte "Fuzzman" die rund 200 Besucher mit einem "Best of" seiner Hits. Der actionreiche Auftritt hatte es den Zuhörern so angetan, dass Fuzzman schließlich länger spielte, als anfangs geplant. Insgesamt lieferte er zur Freude der Anwesenden vier Zugaben ab.



(Video: Youtube)

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