Verliebt in Hasch-Gärtner: Verliert sie nun ihr Baby?

Die Saat ging in der Untersuchungshaft auf: In der Justizanstalt Wien-Josefstadt erfuhr Sanja M., dass sie schwanger ist, und brachte hinter Gittern ein Mädchen zur Welt. Nun droht ihr, es zu verlieren.

Danko D. ist ein Hanfdampf in allen Gassen. Da er in Serbien Schulden hatte, heuerte er bei Wiens größter Drogenfirma an. Diese bezahlte Gärtnern – wie berichtet – ein Monatsgehalt von 3.000 Euro.

Doch nicht nur einen neuen Job lachte sich der verheiratete Familienvater von vier Kindern an, sondern auch eine neue Frau. Rasch zog Sanja M. zu ihm in ein Haus in Gerasdorf (NÖ), in dem er auch noch anderes zog, nämlich Haschpflanzen.

Drogenclan flog auf

Man kam sich näher, zog sich neben dem Pflänzchen-Aufzug ganz offenkundig auch aus – und arbeitete (unbewusst) an einem gar nicht grünen Setzling. Irgendwann flog der Drogenclan, für den Danko D. gärtnerte, auf. Sanja M. und Danko D. kamen neben 19 anderen in Untersuchungshaft.

Hinter Gittern erfuhr Sanja M. dann von ihrer Schwangerschaft. Unlängst schenkte sie einem Mädchen das Leben. Das elftägige Verfahren im Großen Schwurgerichtssaal musste öfter unterbrochen werden, damit Sanja M. ihr Kind, das seinen im selben Haus inhaftierten Papa noch nie gesehen hat, stillen konnte.

"Unverhältnismäßig hartes Urteil"

Nun droht der jungen Mutter, ihr ganzes Glück zu verlieren. Da sie – nicht rechtskräftig – zu vier Jahren Haft verurteilt wurde, wird ihr die Tochter wohl abgenommen. Nur bis zu drei Jahren Strafe verbleibt Nachwuchs in der Mutter-Kind-Zelle.

"Das Urteil gegen meine Klientin ist unverhältnismäßig hart, ich berufe gegen die Strafhöhe", so Anwalt Slaviša Žeželj. Die wegen der Neuen verlassene Ex-Frau von Danko D. war bei der Urteilsverkündung vor Ort und wirkte – nun ja – vergnügt.

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