Darum bekommt Linz keine "Stolpersteine"

Diese Stolpersteine wird es in Linz nicht geben.
Diese Stolpersteine wird es in Linz nicht geben.Bild: Wikipedia
Weil SPÖ und FPÖ so genannte "Stolpersteine" zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus ablehnten, hagelte es Kritik.

Es gibt sie bereits in vielen europäischen Städten. Die "Stolpersteine" des deutschen Künstlers Gunter Demnig erinnern an das Schicksal von Menschen, die in der Zeit des Nationalsozialismus (NS-Zeit) verfolgt, ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden.

In Linz wird es die quadratischen Messingtafeln, die in den Boden eingelassen werden, allerdings nicht geben. SPÖ und FPÖ haben einen entsprechenden Antrag im Gemeinderat abgelehnt. Dafür musst die SPÖ rund um Bürgermeister Klaus Luger (SPÖ) viel Kritik einstecken, sogar aus der eigenen Partei.

Doch nun, vier Tage der Entscheidung, rechtfertigt sich der Vorsitzende der SP-Fraktion Stefan Giegler. Der gesteht ein, dass die Ablehnung verwunderlich erscheinen mag. Denn immerhin nahm in Linz am 13. März 1938 mit dem Anschluss Österreichs an Hitlerdeutschland der größte Massenmord der jungeren Zeitgeschichte seinen Ausgang.


Stolperstein in Berlin-Charlottenburg

Länder mit verlegten Stolper­steinen
Die Stolpersteine sind ein Projekt des Künstlers Gunter Demnig, das im Jahr 1992 begann. Mit im Boden verlegten kleinen Gedenktafeln soll an das Schicksal der Menschen erinnert werden, die in der Zeit des Nationalsozialismus (NS-Zeit) verfolgt, ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden. Die quadratischen Messingtafeln mit abgerundeten Ecken und Kanten sind mit von Hand eingeschlagenen Lettern beschriftet und werden von einem angegossenen Betonwürfel mit einer Kantenlänge von 96 × 96 und einer Höhe von 100 Millimetern getragen. Sie werden meist vor den letzten frei gewählten Wohnhäusern der NS-Opfer niveaugleich in das Pflaster bzw. den Belag des jeweiligen Gehwegs eingelassen. Die Stolpersteine gibt es mittlerweile in 23 europäischen Städten.(Quelle: Wikipedia)

Doch: "Die SPÖ hat noch nie Politik auf Zuruf gemacht. Nur weil die israelische Botschafterin Tayla Lador-Freshner behauptete, Linz sei die einzige Stadt im deutschsprachigen Raum, die keine ‚Stolpersteine' erlaube, ist dies kein Grund, dieses Projekt umzusetzen", wettert Giegler. Denn, so der SPÖ-Politiker, auch München lehnte das Projekt ab.

Eigenes Projekt in Linz

"Wir werden in Linz einen eigenständigen Weg gehen und ein Gedenken an verfolgte und ermordete Judinnen und Juden errichten – nicht mit ‚Stolpersteinen', sondern in einer kunstlerischen Auseinandersetzung, die sowohl der Stadt Linz als auch jenen, deren gedacht wird, wurdig ist. Der Kulturdirektor wurde bereits mit einem Projekt beauftragt", betont Giegler.

(gs)

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