Darum darfst du keine Fotos vom Impfpass posten

Christoph Wenisch, Vorstand der Abteilung für Infektions- und Tropenmedizin in der Klinik Favoriten, zeigte nach der Impfung stolz seinen Impfpass.
Christoph Wenisch, Vorstand der Abteilung für Infektions- und Tropenmedizin in der Klinik Favoriten, zeigte nach der Impfung stolz seinen Impfpass.Florian Schroetter / EXPA / picturedesk.com
Das Posten von Impf-Beweisfotos ist keine gute Idee, zumindest nicht, wenn darauf Details zum erhaltenen Covid-19-Impfstoff zu lesen sind.

Über den Messenger-Dienst Telegram lassen sich gefälschte Impfpässe  bekommen, das zeigen Recherchen der deutschen TV-Sendung "Report Mainz". Mit Stempel, Unterschrift, Aufkleber und Chargennummer versehen sind diese vom gelben WHO-Impfausweis kaum zu unterscheiden.

Die Informationen dafür beziehen die Fälscher bequem im Internet. Möglich ist das, weil viele frisch geimpfte Personen den Moment mit einem Beweisfoto von sich und dem Impfeintrag festhalten und in den sozialen Medien teilen. Schließlich soll jeder mitbekommen, dass man es getan hat.

Tausende Fake-Angebote

Auch in den USA ist das durch allzu Zeigefreudige begünstigte Problem bekannt. Dort berichtet die "New York Times" unter Berufung auf die Agentur Fakespot, die Fälschungen im Internet aufspürt, dass die US-Corona-Impfkarten immer häufiger über eBay, Facebook, Etsy, aber auch über Twitter verkauft werden. "Wir haben 100 Online-Shops gefunden, über die Tausende dieser Karten verkauft wurden", wird Fakespot-Gründer Saoud Khalifah zitiert. Viele Käufer zählten zu den Impfgegnern. Bezahlt wird mit der Kryptowährung Bitcoin.

Die für die Anbieter solcher Fälschungen lukrative Angelegenheit stellt für die Bekämpfung der Covid-19-Pandemie ein Risiko dar. Denn die Impfungen sind ein wichtiger Baustein für die Zeit nach Corona. Geben Menschen aber nur vor, geimpft zu sein, ohne dass sie es sind, kann das für das Virus eine Steilvorlage sein: Wenn jemand einen solchen Fake-Ausweis etwa beim Fliegen nutzt, könnte er etwa eine neue Virusvariante einschleppen.

Warnung

Institutionen wie die US-Gesundheitsbehörden oder das FBI warnen die Bevölkerung deshalb davor, Fotos des Impfbeweises im Netz zu posten. Die darauf abgebildeten Infos spielten den Fälschern in die Hände. Zudem forderten Anfang April 45 Generalstaatsanwälte soziale Netzwerke und Online-Shops auf, den Handel gefälschter Impfpässe zu unterbinden. eBay, Facebook und Twitter erklärten, der Handel verletze die Nutzungsregeln, und versprachen, entsprechende Postings oder Anzeigen von den Plattformen zu entfernen.

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