Darum ist die US-Wahl heute so außergewöhnlich

In den USA wird am 3. November gewählt.
In den USA wird am 3. November gewählt.picturedesk.com
Mit Spannung wird das Ergebnis der US-Wahl erwartet. Joe Biden liegt in den Umfragen vorne. Warum diese Wahl heuer so außergewöhnlich ist.

Am 3. November findet die US-Wahl statt. In den letzten Umfragen lag der demokratische Herausforderer Joe Biden deutlich vor dem amtierenden US-Präsidenten Donald Trump, doch dieser konnte zuletzt in mehreren entscheidenden Bundesstaaten aufholen.

Das Rennen zwischen dem republikanischen Amtsinhaber Donald Trump und seinem demokratischen Herausforderer Joe Biden gilt deshalb als offen. Ob bereits in der Nacht zum Mittwoch ein verlässliches Ergebnis vorliegen wird, ist unklar, da sich die Auszählung von Millionen Briefwahl-Stimmzetteln hinziehen könnte. Neben dem Präsidenten stehen auch das gesamte Repräsentantenhaus und ein Drittel des Senats zur Wahl.

So funktioniert das Wahlsystem

Das Wahlsystem in den USA läuft etwas anders ab. Denn hier wird der Präsident nicht direkt vom Volk gewählt, sondern von Wahlmännern der einzelnen Bundestaaten.

Davon stellt jeder Bundesstaat nach Bevölkerungsgröße eine bestimmte Anzahl. Der Kandidat mit den meisten Wählerstimmen im Bundesstaat verbucht sämtliche Wahlleute des Staates für sich. In Maine und Nebraska werden die Stimmen der Wahlleute nach Mehrheiten in den Wahlbezirken aufgeteilt. Der Gesamtsieger des Staates erhält zwei weitere Stimmen.

Die "Swing-States"

Die meisten Staaten sind seit Jahren entweder klar demokratisch oder republikanisch. In diesen Staaten wird es auch diesmal keine Änderungen geben. Deshalb richtet sich das Interesse auf die sogenannten "Swing-States", also Staaten, die in der Vergangenheit sowohl demokratisch, wie auch republikanisch gewählt haben.

Es sind dies Florida, Iowa, Michigan, North Carolina, Ohio, Pennsylvania und Wisconsin. Arizona war lange Zeit eine republikanische Hochburg, könnte aber diesmal demokratisch wählen. Schließlich besteht sogar die Möglichkeit, dass die republikanischen Hochburgen Texas und Georgia an die Demokraten gehen könnten.

Florida liegt bei dieser Wahl besonders im Fokus. In dem bevölkerungsreichen Staat konnte Trump 2016 einen Sieg verbuchen. In einer aktuellen Umfrage von Reuters/Ipsos liegt allerdings Biden vorne.

Rekord an Briefwählern

Ein weiterer außergewöhnlicher Aspekt sind diesemal die Briefwähler. Eine Rekordzahl von mehr als 99 Millionen Wahlberechtigten haben aufgrund der Corona-Pandemie ihre Stimmen bereits vor dem offiziellen Wahltermin abgegeben.

Bei der letzten Wahl waren knapp ein Viertel Briefwähler, heuer sollen es rund die Hälfte sein. Viele Bürger wollen vermeiden, vor den Wahllokalen in der Schlange zu stehen und so eine Infektion mit dem Coronavirus zu riskieren.

Trump wettert seit Monaten gegen die Briefwahl und vermutet hier Möglichkeiten zum Wahlbetrug, wie er öfters auf Twitter äußerte.

Weiters haben sich offenbar viele Wählerinnen vom amtierenden Präsidenten abgewendet, wie Umfragen zeigen. Vermehrt haben Frauen von Trump, der in der Vergangenheit durch sexistische und frauenverachtende Kommentare und dementsprechendes Verhalten auffiel, offenbar die Nase voll. Umfragen zeigen, dass Frauen mit mehr als 20 Prozentpunkten Unterschied Biden bevorzugen.

Es gibt dieses Mal also den größten Geschlechterunterschied in der Geschichte der US-Präsidentenwahl. Die Metoo-Debatte könnte verstärkt zu dieser Entwicklung beigetragen haben.

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