Darum muss Humana hunderte Container verschließen

244 von 740 Humana-Containern werden versiegelt und verschlossen.
244 von 740 Humana-Containern werden versiegelt und verschlossen.Ernst Weingartner / picturedesk.com
244 von insgesamt 740 Humana-Containern werden versiegelt und verschlossen. Der Grund ist eine einstweilige Verfügung des größten Konkurrenten, ÖPULA. 

Aus für 244 Altkleider-Container von Humana! Auf Anordnung des Handelsgerichts müssen die Container verschlossen und versiegelt werden. Darüber berichtete am Mittwoch die "Krone", am Donnerstag dann auch "wien.orf.at". Der Grund hierfür ist, dass die Altkleiderbehälter von Humana zum Teil über Jahre hinweg rechtswidrig aufgestellt waren. Laut dem Handelsgericht habe eine Bewilligung nach der Straßenverkehrsordnung gefehlt, so "wien.orf.at".

Der größte Mitbewerber - die ÖPULA (Österreichische Putzlappen) Rohstoff-Recycling Ges.m.b.H - hatte die einstweilige Verfügung gegen Humana erwirkt. Dabei handelt es sich allem Anschein nach um einen Konkurrenzkampf in der Branche. Die ÖPULA betreibt laut "wien.orf.at" etwa 2.000 Altkleider-Container, die Humana insgesamt 740. 

"Illegale" Container sollen entfernt werden 

Mittlerweile soll eine entsprechende Bewilligung von Humana jedoch beantragt worden sein, heißt es weiter. In ihrer Argumentation führt die ÖPULA einen weiteren Kritikpunkt an - der jedoch nicht Gegenstand der Klage ist: Humana zahle seit Jahren keine Gebühren für die Container, die sich auf dem Grund von Wiener Wohnen befinden. Im Gegensatz dazu seien die Container anderer karitativer Organisationen - die auch Altkleider sammeln und zu ÖPULA gehören - vom Magistrat genehmigt und zahlen auch entsprechende Gebühren, so "wien.orf.at". Der Chef der ÖPULA, Kurt Willheim, pocht nun darauf, dass sämtliche "illegalen" Container entfernt werden und sagt laut "Krone": 

"Wien hat 3.000 Altkleider-Container, das sind viel zu viele. Unser Ziel ist es, dass jene von Humana wegkommen."

Wie weiter berichtet wird, habe Wiener Wohnen darauf verwiesen, dass die entsprechenden Verträge aus den 1990er Jahren stammen. Seit 2017 dürfen keine neue Container mehr aufgestellt werden. Nun werde eine Gebrauchsabgabe in Erwägung gezogen. 

Humana mit Gegenklage

Radio Wien berichtete am Donnerstag, dass Humana nun eine Gegenklage eingebracht habe. Es werde der Vorwurf erhoben, dass ÖPULA die Spender täusche, da auf deren Containern "Rotes Kreuz" oder "Kolping" geschrieben stehe, jedoch nur wenige Cent pro Kilogramm Kleidung den genannten Organisationen zukommen würden. Die ÖPULA führt auf ihrer Website jedoch an, dass "ein Teil des Reinerlöses aus der Verwertung Ihrer Kleiderspende (..) direkt an die als Lizenzgeber fungierenden Organisationen abgeführt" wird. "Diese karitativen Einrichtungen finanzieren damit Hilfsprojekte ihrer eigenen Wahl bzw. die Anschaffung von dringend benötigten Hilfsgütern." Vermutlich in der kommenden Woche soll gerichtlich darüber entschieden werden, heißt es weiter.

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