Darum streiten sich 10.000 halbnackte Japaner um Hol...

Bild: AP/Kyodo News

Das Fest Hadaka Matsuri ist 500 Jahre alt und bringt Außenstehende noch immer zum Staunen: Denn bei der Veranstaltung im Saidaiji-Tempel in Japan rangeln sich 10.000 halbnackte Japaner um hölzerne Glücksbringer.

"Es kann ziemlich derb werden", beschreibt der 62-jähriger Kfz-Schlosser Kazuhiko Nishigami das seltsame Treiben. Die rund 10.000 Teilnehmer des religiösen Festes müssen sich bis auf einen Lendenschurz nackt ausziehen und bei eisigen Temperaturen eine Reinigungszeremonie über sich ergehen lassen, bevor sie sich um hölzerne Glücksbringer streiten.

Das ist nicht ungefährlich, immer wieder kommt es zu gröberen Verletzungen und sogar Toten: "Man muss seine Blutgruppe auf einen Zettel schreiben und in den Schurz schieben - falls man ernsthaft verletzt werden sollte", so Nishigami.

Mut antrinken

Die Glückssuchenden haben meist gehörige Mengen Bier und Reiswein intus, um den Mut für die bevorstehende Rangelei aufzubringen. Dann geht das Licht aus. Im Dunkeln, das nur durch einzelne Blitzlichter durchbrochen wird, werfen Priester Holzstäbe auf die nackte Menschenmenge.

Wer einen solchen Glücksbringer fängt, kann sich aber noch lange nicht freuen. Andere Teilnehmer versuchen dann, ihnen den Holzstab zu entreißen. "Ich musste ihn so schnell wie möglich in meinen Schurz schieben und verstecken, bevor ich mir den Weg nach draußen gebahnt habe", beschreibt ein Glücklicher seine Erfahrung.

Es geht um viel: "Wer einen Talisman erhascht, wird aufblühen und reich ernten", verspricht Zeremonienmeister Zenko Tsuboi. Auch Feuerwehrmann Yashuhura, der bald Vater wird, hat einen Glücksbringer ergattert: "Der Talisman ist ein Geschenk der Götter. Wenn es im April soweit ist, werden wir bestimmt ein prächtiges Baby erhalten.", freut er sich.

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