Der Handschlag nach einem Fußballspiel ist traditionell eine Fair-Play-Geste. Auch wenn man verloren hat, würdigt man die Leistung des siegreichen Teams, bedankt sich für ein faires Spiel.
Anders war es allerdings bei Atletico-Coach Simeone, der am Dienstagabend nicht zu Liverpool-Coach Klopp ging, um ihm zum Sieg zu gratulieren. Ganz im Gegenteil. Als Klopp dem argentinischen Trainer nach dem Spiel die Hand schütteln wollte, sprintete Simeone schnell in den Spielertunnel. Der Liverpool-Coach reagierte gelassen, streckte ironisch einen Daumen in die Luft.
"Ich wollte ihm die Hand schütteln, er wollte es in diesem Moment nicht. Das verstehe ich. Er ist ein emotionaler Mensch, ich auch", hatte der deutsche Coach den Vorfall nach dem Spiel heruntergespielt.
Atletico-Coach Simeone rechtfertigte sich mittlerweile für die Szene. "Normalerweise grüße ich niemanden nach dem Spiel. Ich mag es nicht und finde es nicht passend, denn es gibt immer einen, der unzufrieden ist", erklärte der 54-Jährige weiter. Das Händeschütteln sei ein Teil der Kultur, "die ich nicht teile", rechtfertigte sich Simeone weiter, unterstrich aber gleichzeitig: "Wenn ich Jürgen Klopp jetzt sehe, hab ich kein Problem, ihn zu grüßen."
Der Argentinier selbst hatte sich bereits während der emotional geführten 90 Minuten mehrfach geärgert. Die schnelle 2:0-Führung der "Reds" durch Treffer von Mohamed Salah (8.) und Naby Keita (13.) glich Antoine Griezmann noch mit einem Doppelpack aus (20., 34.), sah in der 52. Minute allerdings nach einem Tritt ins Gesicht von Roberto Firmino Rot. Salah verwertete in der 78. Minute einen Elfmeter zum 3:2-Endstand. Auf der Gegenseite hatte der deutsche Unparteiische Daniel Siebert eine Strafstoß-Entscheidung nach einem Laufduell zwischen Jose Gimenez und Diogo Jota wieder zurückgenommen.