Wien

Darum werden in den Öffis nicht mehr Fahrgäste gezählt

Der Rechnungshof kritisiert, dass bei den Wiener Linien zu wenige Fahrgäste gezählt werden, vor allem in der U6 besteht Handlungsbedarf. 
Thomas Peterthalner
16.03.2022, 15:44

Zwölf Prozent der U-Bahn-Waggons sind in Wien mit automatischen Fahrgastzählsystemen ausgestattet. Die Wiener Linien können somit ziemlich genau hochrechnen, wie viele Passagiere pro Jahr auf den einzelnen U-Bahnlinien befördert werden. Mit den gesammelten Daten kann auch die durchschnittliche Belegung von Zügen und Stationen ermittelt werden.

Nur 5 Prozent der U6-Fahrten ausgewertet

Vom Stadtrechnungshof kommt Kritik an dem System: Denn wegen Problemen bei der Datenübertragung konnten bei der Linie U6 nur rund fünf Prozent aller Fahrten für die Ermittlung der Fahrgastzahlen verwendet werden. Auf den anderen U-Bahnlinien wurde nicht einmal ein Zehntel (9,1 Prozent) aller Fahrten ausgewertet.

Dieser Wert erschien dem Stadtrechnungshof Wien deutlich zu niedrig. Der Stadtrechnungshof Wien empfahl den Öffi-Betrieben, dafür zu sorgen, dass die technischen Probleme bei der Übertragung von Zähldaten bei der U-Bahn-Linie U6 behoben werden. Damit soll erreicht werden, dass genügend Zähldaten für die Ermittlung der Fahrgastzahlen bereitstehen.

Sensoren zählen Fahrgäste

Bei der Zählung kommen Infrarotsensoren zum Einsatz, die in den Türen eingebaut sind. Diese können sowohl einsteigende als auch aussteigende Personen erfassen. Laut Wiener Linien sind für die Sensoren keine regelmäßige Revision vorgesehen ist. Wenn das System einen Defekt meldet, würde dieser Defekt behoben werden. Der Stadtrechnungshof Wien empfahl, künftig die Wartungshinweise des Herstellers genauer zu beachten und die vorgesehenen Reinigungen und Sichtprüfungen systematisiert vorzunehmen.

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