Das ändert sich jetzt mit Präsident Joe Biden für uns

Joe Biden wird wohl der 46. Präsident der USA
Joe Biden wird wohl der 46. Präsident der USApicturedesk.com/AP/Carolyn Kaster
Die Präsidentschaftswahl in den USA ist wohl entschieden: CNN und andere Medien haben am Samstag Joe Biden zum Wahlsieger erklärt.

Der Wahlkrimi in den USA ist den Hochrechnungen der US-Medien zufolge entschieden: US-Präsident Donald Trump ist geschlagen und muss das Oval Office an seinen Konkurrenten Joe Biden übergeben. Im Wahlkampf gab der siegreiche Kandidat der Demokraten einen Ausblick, was nun in den nächsten vier oder acht Jahren auf die US-Amerikaner und die Welt zukommt:

US-Innenpolitik und Reformen

Joe Biden wird sich laut Manfred Elsig, Professor für Internationale Beziehungen an der Universität Bern (CH), im ersten Jahr als Präsident auf die Innenpolitik konzentrieren: "Er will Fehlentwicklungen von Trump in der Gesundheits-, Umwelt- und Bildungspolitik korrigieren." Außerdem müsse er Versprechen an den linken Flügel der Demokraten einhalten und mehr gegen die Diskriminierung von Latinos und Afroamerikanern sowie gegen Polizeigewalt tun.

Spaltung der Gesellschaft

Biden beteuerte in seiner Kampagne, ein Präsident für alle Amerikaner zu sein und die Bevölkerung wieder näher zusammenbringen zu wollen. Doch das dürfte durch die tief liegenden strukturellen Probleme schwer zu lösen sein, wie US-Experte Josef Braml von der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik zu "20 Minuten" sagte. Auch nach Trump würden die gesellschaftlichen Gräben nicht verschwinden.

Internationale Kooperation

Biden werde für Entspannung auf der internationalen Bühne sorgen, ist Elsig überzeugt. Er werde die internationalen Organisationen wieder mehr unterstützen, Allianzen stärken, in der Sicherheitspolitik in der Iran-Frage für Entspannung sorgen und mit sich über Umweltthemen reden lassen. Die Beziehungen zu China würden aber angespannt bleiben.

Freihandel

Die USA steckten wegen der Corona-Krise in einer so starken wirtschaftlichen Notlage, dass auch ein Präsident Biden am Protektionismus festhalten dürfte, glaubt Josef Braml. "Am Inhalt wird sich nicht viel ändern, aber der Stil wird ein ganz anderer sein", sagt Manfred Elsig. Grundsätzlich dürften sich Handelsabkommen mit Biden einfacher realisieren lassen als mit Trump.

Debattenkultur

Biden hat sich einen Namen als ein um Ausgleich bemühter, pragmatischer Politiker gemacht. "Man kennt den Politiker Biden seit 40 Jahren, und er hat sich auch im Wahlkampf nicht verändert", so Elsig. Biden werde versuchen, Brücken hin zu den Republikanern im Kongress zu schlagen, damit sich die beiden Lager annähern könnten.

Wirtschaft und Börse

Die Börsenzahlen seien für Biden nicht so wichtig wie für Trump, so Elsig. Ohnehin könne Biden nach der Krise nicht mit einer starken Wirtschaft brillieren. "Die Wirtschaft wird sich nicht schnell erholen können. Aber Biden wird versuchen, die Krise als Chance zu nutzen und etwa erneuerbare Energien unterstützen."

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