Am Ende der Filmpreis-Saison wartet Jahr für Jahr noch ein kleines Schmankerl auf Liebhaber von Award-Shows und Promi-Empfängen. Zu den renommiertesten Preisen der US-Unterhaltungsbranche (Oscars, Emmys, Grammys, Tonys) werden die MTV Movie and TV Awards zwar nie gehören, Gekreische und Gelächter gibt es hier dafür im Übermaß.
Heuer durfte Tiffany Haddish die Gala präsentieren. Die 38-jährige Comedienne gilt seit ihrem Ansager-Job bei den Academy Awards im März als heiße Kandidatin für die nächste Oscar-Moderation. Warum, das stellte sie am 16. Juni (Ausstrahlung erst zwei Tage später) erneut unter Beweis.
Eröffnungs-Gags
Erst performte Haddish eine umgetextete Version von Cardi B's "Bodak Yellow", nannte "Black Panther"-Bösewicht Michael B. Jordan dann "so sexy, dass er ein Mädchen vermutlich nur durchs Ansehen schwanger kriegen würde" und verglich die Kardashians (die später den Reality-TV-Preis abstaubten) schließlich mit "Star Wars": "Sie haben eine Tonne Geld, ein Neuer ploppt ständig von ich-weiß-nicht-wo heraus, und sie werden von einem herrischen Oberboss kommandiert, der immer in einer Maske schläft und schwarze Männer liebt!"
Verbal-Watschen für Roseanne
Weniger scherzhaft fielen die Sprüche über Roseanne Barr aus, die mit einem rassistischen Tweet die Absetzung ihrer Serie "Roseanne" bewirkt hatte. Als er das goldene Popcorn-Sackerl für den besten Filmbösewicht ("Black Panther") entgegennahm, zeigte sich Michael B. Jordan etwa "schockiert": "Ich war mir sicher, Roseanne hätte ihn [den Preis, Anm.] fix in der Tasche."
Olivia Munn erwähnte Barr beim Verlesen der Auszeichnung in der Kategorie "Bester Held" - sie lobte "den Kerl, der Roseanne gefeuert hat". Den Preis schnappte sich schließlich Chadwick Boseman ("Black Panther"), schenkte ihn aber sofort an Ehrengast James Shaw Jr. weiter. Der hatte Restaurant-Besucher in Tennessee vor einem Amokläufer beschützt.
Kampfansage und Tattoos
Die beste Performance in einer Serie wurde Millie Bobby Brown ("Stranger Things") zugesprochen. Die junge Aktrice bedankte sich per Videobotschaft, da sie aufgrund einer Knieverletzung nicht anreisen konnte. In ihrer Ansprache geigte sie den Meme-Rowdys, die sie zum Löschen ihres Twitter-Accounts bewogen hatten, die Meinung: "Wenn du nichts Nettes zu sagen hast, sag es einfach nicht. In dieser Welt sollte es keinen Platz für's Schikanieren geben, und ich werde es nicht tolerieren."
Witziger ging es bei Kristen Bell und Seth Rogen zu. Die beiden zeigten ihre frisch gestochenen (Fake) Tattoos auf der Bühne. Bei Bell war es eine Avokado auf der Wange, Rogens Rücken zierte das Konterfei von Vin Diesel. "It's all about family", grummelte Bell in Anspielung auf Diesels "Fast and Furious"-Reihe.
Die Liste aller Sieger der MTV Movie and TV Awards finden Sie HIER.
(lfd)