Borussia Mönchengladbach ist bei der Suche nach einem Nachfolger für Max Eberl in den eigenen Reihen fündig geworden. Wie der Klub von Coach Adi Hütter am Dienstag mitteilte, wird Roland Virkus neuer Sportdirektor. Der 55 Jahre alte bisherige Direktor des Nachwuchsleistungszentrums soll die große Lücke schließen, die Eberl vor drei Wochen mit seinem überraschenden Rückzug aus dem Profi-Geschäft hinterlassen hat. Der in Mönchengladbach geborene Virkus steht seit 1990 in Diensten der Borussia.
Sein Vorgänger Eberl hatte auf einen tränenreichen Pressekonferenz seinen Abgang verkündet. "Die Kraft ist einfach nicht mehr da. Der Klub hat mir die Möglichkeit gegeben, Zeit zu gewinnen, aber jetzt geht es um mich. Ich bin erschöpft", erklärte Eberl seinen Rücktritt, wobei er mehrmals mit den Tränen kämpfte. "Ich will raus aus dem Fußball, ich will Max Eberl sein. Ich kann nur 100 Prozent geben, habe keinen Aus-Knopf", so Eberl, der auch einen sofortigen Vereinswechsel ausschloss. "Ich werde wie Hape Kerkeling sein: Ich bin dann einfach mal weg."
Es ist die Konsequenz einer sportlichen Talfahrt, die sich über mehrere Monate hinweg zieht, bereits mit der Bekanntgabe des Abschieds von Coach Marco Rose, der nach Dortmund wechselte, begann. Auch Adi Hütter, der im Sommer übernahm, konnte das Ruder nicht herumreißen. Die Gladbacher halten bei 22 Punkten aus 20 Runden, sind nur vier Zähler von einem direkten Abstiegsplatz entfernt. Die Kritik am österreichischen Coach wurde immer größer, Eberl hielt an ihm fest. Der 48-Jährige wird auch für die Kaderzusammenstellung verantwortlich gemacht.
Außerdem machte sich Eberl mit der halbjährigen Anstellung seiner Freundin Sedrina Schaller als Teammanagerin bei der Borussia angreifbar. Die 33-Jährige legte ihren Job schließlich zum Jahreswechsel nieder. All dies waren jedoch nur Nebengeräusche. Eberl ist gesundheitlich nicht mehr in der Lage, seinen Job auszuüben.