Das ist der "Ritter" von der Gersthofer Kirche

Joachim Pollatschek (23) beim Training im Park bei der Gersthofer Kirche in Währing.
Joachim Pollatschek (23) beim Training im Park bei der Gersthofer Kirche in Währing.Sabine Hertel
Ein Schwertkämpfer sorgte am Wochenende bei der Gersthofer Kirche (Währing) für Aufsehen und einen Polizeieinsatz. "Heute" sprach mit dem "Ritter".

Ein Schwertkämpfer sorgte am Wochenende bei der Gersthofer Kirche (Währing) für Aufsehen und einen Polizeieinsatz - "Heute" berichtete. "Die Beamten haben mir erklärt, dass ich grundsätzlich gegen kein Gesetz verstoße, sich manche Passanten aber ängstigen würden", erklärt der vermeintliche "Ritter" Joachim Pollatschek (23) gegenüber "Heute". „Wir einigten uns darauf, dass ich künftig mit einem Plastik-Schwert und mit meiner Freundin trainiere, damit es klar als Sport erkenntlich ist", so der Student, der seit neun Jahren fechtet und seit fünf Jahren HEMA (Historical European Martial Arts) unterrichtet.

Wegen Lockdown keine Indoor-Trainingsmöglichkeit 

"Momentan habe ich acht Mitglieder, wobei die jüngste Teilnehmerin 15 Jahre alt ist, und der älteste Teilnehmer 27. Es handelt sich nicht um eine Männerdomäne, denn gut die Hälfte meiner Fechter ist weiblich! Wir üben, zumindest bis der Lockdown begann, in einem Raum direkt am Gersthoferplatz. Schwerpunkt der Gruppe ist historisches Fechten und die sogenannte "experimentelle Archäologie" bei der wir uns auf die Kampfkunst der Gladiatoren spezialisieren. Neben dem Kämpfen an sich geht es auch viel um die Forschung der Texte, der Funde und der Abbildungen, die "richtig" zu interpretieren sind. Die Sportart ist neu und arbeitet nun seit einigen Jahren daran, als olympische Sportart anerkannt zu werden. Im Übrigen gibt es auch einen österreichischen Fachverband für historisches Fechten", erklärt Joachim Pollatschek.

Jetzt sollen auch Kinder im Park die Schwerter schwingen

Aber nicht alle finden sein Training im Park zum Fürchten: "Ich spreche jetzt auch vor dem Training mit allen im Park befindlichen Erwachsenen. Und ich habe hier bereits viel Zuspruch erfahren! Eltern und ihre Kinder schauten mir zu, ich erklärte meinen Sport und durfte mit Erlaubnis der Eltern den Kindern auch ein paar Bewegungen zeigen. Mittlerweile habe ich eine kleine Kindertruppe, die ich ab nächster Woche im Park unterrichten darf", freut sich Pollatschek.

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