Das ist die abgefahrenste Netflix-Serie des Jahres

Cute Figuren, tiefschürfende Gespräche, überzeichnete Gewalt, wunderbare Animationen, herrlicher Nonsens – diese Show macht dich fertig.

Eineinhalb Jahre nach dem Finale seines Kult-Cartoons "Adventure Time" ist dessen Schöpfer Pendleton Ward (37) zurück mit einer Nachfolge-Serie.

Premiere am Kifferfeiertag

Die ersten acht Episoden von "The Midnight Gospel" laufen neu bei Netflix im Stream und es ist wohl kein Zufall, dass sie am 20. April, also 4/20, dem Kifferfeiertag, erschienen sind; denn die Animationsserie ist ein komplett abgefahrener Substanzentrip, gegen den K-Pop-Musikvideos die "ZiB" sind.

Wir schildern dir anhand der ersten Folge, welcher Wahnsinn dich bei "The Midnight Express" erwartet.

Darum: Spoiler-Warnung! Aber wir können dir eigentlich nichts verderben – um all das fassen zu können, musst du es sowieso selbst gesehen haben.

Clancy (gesprochen von Duncan Trussell, 46) betreibt einen Spacecast (qausi ein Vlog, dessen Content im ganzen Universum verfügbar ist) und reist dafür zu Parallelwelten kurz vor dem Untergang und interviewt dessen Bewohner.

Jede Szene ist randvoll mit psychedelischen Formen und Farben, zu denen sogar 90's-Nickelodeon sagen würde: "Uff, das ist jetzt vielleicht bissl übertrieben, was?"

In seinem Multiversum-Simulator entscheidet sich Clancy für eine Variation der Erde, die gerade eine Zombie-Apokalypse erlebt, wählt seinen Avatar (es wird der muskelbepackte "beach body"), steckt seinen Kopf in einen Apparat, der aussieht wie eine Symbiose aus grosser Vagina und riesigem Hintern (check den Trailer oben!) und wird auf die neue Welt katapultiert.

Dort landet er unabsichtlich auf dem winzigen Präsidenten der USA, aber keine Bange: Der kleine Kerl übersteht den Aufprall unbeschadet.

Und beginnt eine Diskussion über Drogen mit Clancy, nachdem dieser die "Legalize Weed"-Demonstranten vor dem (so gar nicht) Weißen Haus angesprochen hat. Während Mr. President vom Dach des Gebäudes aus die Zombies aufs Korn nimmt, philosophieren die zwei über die Gesetzgebung zu, Wirkung von und Erlebnisse mit bewusstseinsverändernden Substanzen.

Das tun sie vertraut wie alte Freunde und ruhig wie Podcaster, während um sie herum Blut spritzt und Gedärme fliegen – es ist surreal, seltsam deep und wunderbar komisch.

Der Präsidenten-Assistent wird von den Untoten aufgeschlitzt und öffnet mit seinen Eingeweiden eine geheime Fluchttür. Clancy und der Politiker verstauen haufenweise Waffen im Hundebauch, der gleichzeitig ein Tor zu einer anderen Dimension ist. Die Farbpalette kippt in Graustufen und wieder zurück. Plünderer schlachten Zombies und machen dabei miteinander rum.

Bei einer Frau setzen die Wehen ein und weil sie sich eine Wassergeburt wünscht, bringt sie ihr Baby in einem Planschbecken zur Welt. Während all das und eine Menge mehr wie nebenbei und verblüffend selbstverständlich passiert, philosophieren die beiden Protagonisten unbeeindruckt weiter.

Es ist komplett absurd, vor wie vielen Ideen jede einzelne Einstellung strotzt. Wenn du nur kurz aufs Handy schaust, hast du gleich drei visuelle Gags und ebenso viele philosophische Exkurse verpasst.

Der verworrenen, aber simplen Handlung kannst du trotzdem folgen, der Zauber von der Serie entfaltet sich jedoch nur, wenn du möglichst jedes fantastisch animierte Detail erhaschst. Zum Glück dauern die meisten Folgen nur rund 20 Minuten – danach brauchst du nämlich dringend einen Powernap.

Und nur wenige Minuten nach dem Start der nächsten Episode dämmert dir: Verdammt, die haben sich bei der ersten Folge ja sogar noch zurückgehalten – die Bilder werden noch weirder, die Gespräche noch anspruchsvoller. Aber okay, "The Midnight Gospel": Schieß los, our bodies are ready!

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