Das kann eine Alternative zur Spitalsgeburt sein

Eine Hausgeburt kommt nicht für jede Schwangere infrage.
Eine Hausgeburt kommt nicht für jede Schwangere infrage.Unsplash
Wer in Corona-Zeiten nicht im Spital entbinden möchte, für den kann eine Hausgeburt unter bestimmten Voraussetzungen eine Alternative sein.

Während bei einer Entbindung im Spital die Umgebung neu und ungewohnt ist – zumal man die Räumlichkeiten coronabedingt zurzeit nicht besichtigen kann – gestaltet sich das bei einer Hausgeburt ganz anders. Die vertraute Umgebung der eigenen vier Wände kann entspannend für die Gebärende sein und damit positiv auf den Geburtsvorgang wirken.

Marianne Mayer, Hebamme und Leiterin der Landesgeschäftsstelle Wien des Österreichischen Hebammengremiums, erzählt im „Heute“-Interview, dass zu Beginn der Pandemie, die Anfrage zu Hausgeburten gestiegen sind, es dann aber nicht bei jeder Interessentin zu einer Entbindung zu Hause gekommen sei.

Nicht für jede Schwangere geeignet

Um als Schwangere für eine Hausgeburt geeignet zu sein, muss einiges bedacht werden. „Bei bekannten Erkrankungen der Mutter oder des Kindes oder bei einer anderen Lage des Kindes als Beckenendlage ist von einer Entbindung zu Hause abzusehen“, so die Hebamme, die in einem Wiener Privatspital tätig ist.

Bevor die Hebamme zu einer Hausgeburt kommt, ist natürlich ein negativer Corona-Test Voraussetzung. „Wir sind sowieso dazu verpflichtet, uns mindestens einmal pro Woche zu testen“, sagt Mayer. Auch ein negatives Testergebnis der werdenden Eltern ist notwendig, um die Geburt sicher zu halten. Die Paare würden auch sehr gewissenhaft sein, um keine Infektion zu riskieren. Zusätzlich zur FFP2-Maske trägt die Geburtshelferin Schutzbrille und Schutzanzug.

Ebenso wie auf einer Geburtenstation ist auch zu Hause eine Niederkunft in einem mobilen Entspannungsbecken oder einem Gymnastikball möglich. Das Equipment bringt die Hebamme bei Bedarf mit.

Frühe Anmeldung empfehlenswert

Wenn man sich für diese Geburtsvariante entscheidet, sollte man sich möglichst früh dafür anmelden. Da eine Hebamme in der Regel vier Wochen vor dem errechneten Geburtstermin und zwei Wochen nachher der Mutter zur Seite steht, sind die Kapazitäten der Hebammen begrenzt. Zumal es derzeit nur 27 Hebammen in Österreich gibt, die eine Hausgeburt anbieten. „Idealerweise meldet man sich schon rund um die 12. Schwangerschaftswoche bei einer Hebamme an, da es sonst eng werden kann, noch eine zu bekommen“, empfiehlt Mayer und spricht damit auf den Hebammenmangel in Österreich an. Zurzeit gibt es 510 Hebammen in Wien. Davon sind 138 ausschließlich angestellt tätig, 277 arbeiten angestellt und freiberuflich und 95 arbeiten rein freiberuflich. Nach einem Appell des Österreichischen Hebammengremiums wurde die Zahl der Ausbildungsplätze erhöht. Auch Männer interessieren sich für den Beruf des Geburtshelfers, fallen jedoch vor Ausbildungsbeginn beim Assessmentcenter an der Fachhochschule meist raus.

Derzeit gibt es in Österreich zwei aktiv tätige männliche Hebammen. Ob sich eine Frau mit einem Geburtshelfer wohlfühlt, ist individuell. Laut Marianne Mayer werde das Angebot aber genauso gut angenommen wie bei einer weiblichen Hebamme.

Kein einheitlicher Preis

Die Kosten für eine Hausgeburt lassen sich nicht vereinheitlichen, da jede freiberufliche Hebamme den Preis selbst festlegt. Jedenfalls kann frau die Kosten der Hausgeburt und Nachbetreuung bei der Österreichischen Gesundheitskasse einreichen und bekommt bis zu 80% des jeweiligen Kassentarifs rückerstattet.

Mehr Information unter https://www.hebammen.at/eltern/kosten/kassentarife-2/

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