Das Land rätselt... wer ist Hyäne Fischer?

Kunstfigur? PR-Gag? Österreichs neuer Schlagerstar? Hyäne Fischer gibt weiter Rätsel auf.
Im Kuriositätenkabinett des Eurovision Song Contest wäre noch das eine oder andere Platzerl frei, warum also nicht Hyäne Fischer ins Rennen um die europäische Playback-Krone schicken, die im Mai 2019 in Israel vergeben wird?

Das (Werk)Zeug zum ESC-Star hat die österreichische Sängerin (Kunstfigur? Satirikerin?) schon mal parat. Ein "Hit", ein Look, ein Pressekit, mehr braucht es im Grunde nicht, um Anspruch auf einen Startplatz erheben zu dürfen – zumindest in der heimischen Vorausscheidung.

So stark die Frau im Lodentrachtenlook derzeit im Rampenlicht steht, so groß ist das Geheimnis um ihre Identität. Eine Spurensuche:

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Hyänes Song "Im Rausch der Zeit" ist ein generischer Disko-Schlager, der dem viel gescholtenen Heimatstolz den Bierbauch krault. Der zugehörige Text lässt sich als Schlagwortkolonne beschreiben, die auch ohne Message klare Bilder beschwört. Resche Fräuleins im Push-up-Dirndl, spontane Chor-Einlagen am idyllischen Bergsee und Schnapsrunden in der urigen Wirtsstube wabern da am geistigen Auge vorbei.

Wie ihre Lyrics bietet sich auch das Erscheinungsbild von Hyäne Fischer hervorragend dazu an, als Hommage an eine mehr braune als goldene Zeit gedeutet zu werden. Die Biografie der Sängerin, auf der offiziellen Hyäne-Fischer-Website nachzulesen, könnte zudem den feuchten Träumen von Mountain Men und Volksrock'n'Rollern entsprungen sein.



Das Musikvideo zu "Im Rausch der Zeit" wird auf YouTube jedenfalls fleißig geklickt. Wohl auch, weil Hyäne Fischer zumindest eine prominente Fürsprecherin hat. Seit Stunde eins twittert Stefanie Sargnagel über das "Popphänomen" :







Über die Schriftstellerin und Künstlerin wird Hyäne Fischer auch mit der feministischen Burschenschaft Hysteria (die eine schreiende Hyäne als Wappentier wählte) in Verbindung gebracht. Sargnagel ist Teil des Satireprojekts, deren Social-Media-Beauftragte Fischer via Facebook "viel Glück für ihre Teilnahme am Grand Prix Eurovision de la Chanson" wünschten, jedwede Urheberschaft aber abstritten:



In dieselbe Kerbe schlägt Hyänes Managerin im ORF-Interview. Sargnagel teilte auch diesen Beitrag auf ihrem Twitter-Account:





Wie viel Satire auch immer in Hyäne Fischer steckt, die Sängerin ist als ESC-Anwärterin in jedem Fall ernst zu nehmen. "Im Rausch der Zeit" befindet sich offiziell im Rennen um Österreichs Startplatz beim Song Contest 2019. Die Entscheidung, welcher Act nach Israel fährt, fällt nach dem Jahreswechsel.

Abwegig wäre es nicht, Hyäne Fischer zu schicken. In Sachen PR hat die Sängerin einen gewaltigen Coup hingelegt und sich aus dem Nichts einen beachtlichen Bekanntheitsgrad erarbeitet. Das Medieninteresse an der Sängerin ist im deutschsprachigen Raum enorm, von der "faz" bis zur "Süddeutschen Zeitung".

Die Endrunde des Song Contests findet am 18. Mai 2019 in Tel Aviv statt. Im März müssen die Teilnehmer bekanntgegeben werden.

(lfd)

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