Szene

Das Moor

Land: D, Genre: Natur + Umwelt
Heute Redaktion
13.09.2021, 17:39

In unserer Kulturlandschaft liegen Moore wie Inseln: Letzte Reste einer Natur, die vor 10.000 Jahren weite Flächen Europas prägte. Das Landschaftsbild hat sich in Mitteleuropa nahezu überall extrem verändert, und die wenigen Moore, die der Trockenlegung und Abtorfung entgingen, erlauben einen Blick in eine längst vergangene Zeit. Die Natur im Moor wartet mit zahllosen Überraschungen auf: Es scheint als wären die bizarrsten und farbenprächtigsten Vertreter der heimischen Fauna und Flora im Moor zu Hause. Hier leben Pflanzen, die Tiere fressen und quietschbunte Pilze die Pflanzen aussaugen. Die Balz der Doppelschnepfen wirkt wie ein Tanz von Elfen. Märchenhaft erscheinen auch die anderen, wenig bekannten Moorbewohner, wie Moosjungfer, Wasserralle oder Federgeistchen. Andere Arten, die die hier leben, sind dagegen wohlbekannt, etwa die Kreuzotter, das Reh oder der Kranich. Der Schlupf eines Kranichküken ist ein emotionaler Höhepunkt im Film. Flugaufnahmen machen deutlich, wie sehr unsere Moore Inseln gleichen, Oasen in der urbar gemachten Landschaft. Doch auch diese letzten Wildnis-Gebiete bedroht, die Trockenlegung geht weiter - auch in Deutschland. Europa ist nach Indonesien Vizeweltmeister in der Freisetzung von klimaschädlichen Treibhausgasen aus der Zerstörung von Mooren. Der Film "Das Moor" zeigt die Vielfalt dieses wenig beachteten Lebensraums und ist zugleich der Appell "Schützt und erhaltet die letzten Moore".

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