Das musst du über gestoppte Astra-Impfungen wissen

AstraZeneca wird aktuell in Österreich weiterhin verimpft.
AstraZeneca wird aktuell in Österreich weiterhin verimpft.JFK / EXPA / picturedesk.com
Einige Länder setzen die Impfungen mit dem Impfstoff der britischen Oxford University und dem schwedischen Pharmariesen AstraZeneca vorübergehend aus.

Auf dem Impfstoff AZD1222 liegen große Hoffnungen, Österreich hat große Mengen des Vakzins von AstraZeneca bestellt und impft weiterhin damit.

Die Erfahrungen aus Großbritannien zeigen tatsächlich, dass AZD1222 wirkt. Doch gleichzeitig haben zuletzt mehrere Länder erklärt, die Impfung vorübergehend zu stoppen. Den Anfang machte am 11. März Dänemark. Dann folgten Island, Norwegen und Irland. Zuletzt am 15. März entschieden auch Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Portugal, Slowenien und Luxemburg, diesen Schritt zu gehen. Am Dienstag folgten dann Schweden, Lettland und Zypern.

Was hat die Länder zu dieser Entscheidung bewegt?

Es handelt sich dabei zunächst einmal um eine Vorsichtsmaßnahme. Der Grund sind Meldungen von Blutgerinnseln, die im zeitlichen Zusammenhang mit der AstraZeneca-Impfung auftraten. Ob diese tatsächlich auf den Impfstoff zurückzuführen sind, ist bislang noch unklar. So sind auch andere Erklärungen denkbar. Was genau dahinter steckt, wird derzeit überprüft. Aus Sicht von Clemens Wendtner, Chefarzt der Infektiologie und Tropenmedizin sowie Leiter der dortigen Spezialeinheit für hochansteckende lebensbedrohliche Infektionen an der München Klinik Schwabing, gelte es, die Impfungen mit AZD1222 so lange auszusetzen, "bis alle Fälle inklusive Verdachtsfälle restlos aufgeklärt sind".

Warum haben nicht alle Länder sofort reagiert?

Dänemark, Island, Norwegen und Irland nahmen bereits die ersten Meldungen von Venenthrombosen zum Anlass, die Impfungen mit AZD1222 zu pausieren. Die anderen Länder hielten sich zurück, da diese Art von Blutgerinnsel relativ oft auftritt. In Deutschland etwa stellen sie die dritthäufigste Todesursache dar. Die gemeldeten Thrombose-Fälle nach der Gabe des AstraZeneca-Impfstoffs stellten bei knapp fünf Millionen geimpften Personen keine Häufung gegenüber dem Vorkommen in der Gesamtbevölkerung dar, hieß es. Eine erste Prüfung durch die für die Bewertung und Sicherheit von Humanarzneimitteln zuständige Pharmakovigilance Risk Assessement Committee (PRAC) der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) stützte diese Haltung. Laut dieser besteht kein Hinweis auf einen ursächlichen Zusammenhang zwischen dem Risikosignal und der Impfung.

Am Donnerstagabend will außerdem die europäische Arzneimittelagentur EMA die Ergebnisse ihrer Prüfung vorlegen.

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