Fashion and Beauty

Das passiert, wenn du keinen BH mehr anziehst

In Zeiten von Homeoffice haben viele Frauen auf den BH verzichtet. Wieso das Teil nicht einfach ganz weglassen? Das wären die Folgen für deinen Busen.

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Hat der Verzicht auf einen BH wirklich schlaffere Brüste zur Folge?
Hat der Verzicht auf einen BH wirklich schlaffere Brüste zur Folge?
Photo by Marvin Meyer on Unsplash

Während dem Lockdowns haben viele Frauen auf Komfort gesetzt und auf den BH verzichtet. Was wäre denn, wenn man den Büstenhalter nun gar nicht mehr anzieht? Dazu halten sich Mythen wie die, dass die Brüste durch das Weglassen des BHs schlaffer werden, hartnäckig. Doch gerade diese Geschichte stimmt so nicht ganz.

Der französische Mediziner Jean-Denis Rouillon hat in einer Langzeitstudie herausgefunden, dass das Weglassen eines BHs das Muskelgewebe sogar stärkt. Wenn eine junge Frau beginnt, einen BH zu tragen, so werde die körpereigene Aufhängung nicht genutzt. Was dazu führe, dass das Gewebe nicht mehr so fest sei und die Frau vom BH abhängig werde. Die Studie kommt zum Schluss, dass die Brüste der Frauen, die ihren BH ablegten, danach straffer waren als zuvor.

Rouillon räumt aber selbst ein, dass seine Studie nicht repräsentativ für alle Frauen sei. So untersuchte der Mediziner nämlich nur schlanke Frauen im Alter zwischen 18 und 35 Jahren mit kleinen Brüsten. Was gilt denn nun?

BH hat kaum Einfluss

"Es gibt keine wissenschaftliche Grundlage, die bestätigt, dass Brüste schlaffer werden, wenn man keinen BH anzieht", sagt Dr. med. Rahel Hiltebrand, Gynäkologin und Brustchirurgin vom Brustzentrum Ostschweiz. "Dass man hängende Brüste bekommt, nur weil man keine BHs anzieht, ist also sehr weit hergeholt."

Was hingegen eine Einwirkung darauf haben kann, sind Dinge, auf die man vielfach keinen Einfluss hat. Wie etwa das Alter, die Brustgrösse und die genetische Veranlagung. "Was eher eine Hängebrust verursacht, sind starke Gewichtsschwankungen oder auch Schwangerschaften. Das Stillen hat interessanterweise gar keinen Einfluss darauf."

Wer also bisher aus Angst vor einer schlaffen Brust den BH regelmäßig zum Einsatz kommen ließ, kann ihn das nächste mal getrost zu Hause lassen. Denn wie der Busen aussieht, liegt kaum in unserer Hand. Im Sport hingegen ist der BH ein wichtiger Begleiter. Denn was eine Studie der Portsmouth Universität herausgefunden hat, wissen die meisten Frauen schon längst: Sport ohne BH kann weh tun.

Vorurteile gegenüber dem BH

Im Sport hat der Büstenhalter also durchaus seine Daseinsberechtigung. Im Alltag liegt der Nutzen des BHs aber nicht nur im Support, sondern auch im Erscheinungsbild der Brüste. BH-Expertin Laura Tempesta sagt im Gespräch mit der amerikanischen Plattform "Hellogiggles": "Angehobene Brüste gelten in unserer Kultur als attraktiv, weshalb sich das Tragen von BHs über die Jahre etabliert hat."

Der BH hat über die Jahre aber auch zu Unrecht schlechte PR erhalten. So hält sich hartnäckig der Mythos, dass ein schlecht sitzender BH Brustkrebs verursachen kann. Dr. Hiltebrand sagt: "Das ist definitiv widerlegt. Auch Bügel-BHs, die eine Druckstelle verursachen, begünstigen die Entstehung von Krebs nicht."