Niederösterreichs Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) betonte am Sonntagnachmittag, dass die Voraussetzungen für ein Lockdown-Ende offensichtlich noch nicht vorliegen würden. "Das tut uns allen weh und verlangt von uns allen noch einmal sehr viel an Disziplin und Vernunft", so die Landeschefin in einer schriftlichen Stellungnahme. "Jeder von uns sehnt sich nach einem Ende des Lockdowns, sehnt sich nach Normalität", hob Mikl-Leitner hervor. Dafür brauche es aber "gewisse Voraussetzungen".
Kritik kam von der FPNÖ: Der niederösterreichische Landesparteiobmann Udo Landbauer äußerte herbe Kritik und forderte einen "Lockdown für die Bundesregierung". "Anstatt den Unternehmern, Arbeitnehmern und Familien endlich wieder Luft zum Atmen zu lassen, wird die Bevölkerung von oben herab drangsaliert, eingesperrt und in den Ruin getrieben."
Niederösterreichs SPÖ-Landesparteichef und Landesvize Franz Schnabl bezeichnete die Verlängerung des Lockdowns hingegen als "leider unvermeidlich". Umso wichtiger seien jetzt "Planungssicherheit und ein Ende des Chaos-Managements der Bundesregierung".
Neos-Landessprecherin Indra Collini sagt zur Lockdown-Verlängerung: „Bei allem Verständnis für die geänderten Rahmenbedingungen aufgrund der britischen Coronavirus-Mutation: Die durch den Dauer-Lockdown verursachten Kollateralschäden sind für unsere Kinder, die Unternehmen und Jobs im Land sowie unsere Gesellschaft insgesamt nicht länger tragbar. Die wichtigste Aufgabe der Bundesregierung ist es deshalb, die Zeit bis zum 8. Februar mit dem Ziel einer schrittweisen Öffnung zu nutzen. Das Land und die Menschen brauchen endlich eine Perspektive – und die kann nur eine behutsame Öffnung mit Hirn sein. Wenn wir wollen, dass die Menschen die Entscheidungen mittragen, anstatt immer öfter auf die Straßen zu gehen, brauchen wir endlich eine Offenlegung aller Daten, auf deren Grundlage Entscheidungen getroffen werden. Und natürlich braucht es künftig differenzierte Maßnahmen – sei es nach Branchen oder auch regional.“