Das sah Absturz-Pilot nach Tiefschlaf als erstes

Nach seinem Absturz ist Werner A. wieder guten Mutes.
Nach seinem Absturz ist Werner A. wieder guten Mutes.fotokerschi.at/KUK
Werner A. stürzte vor mehr als einer Woche mit seinem Segelflugzeug aus 100 Metern in die Donau, war lange unter Wasser. 

Sein Gesicht ist noch gezeichnet vom schweren Unfall, unter dem Auge ist eine Schnittwunde, auch die Lippe ist geschwollen. Aber Werner A. hebt den Daumen, zeigt, dass es ihm den Umständen entsprechend gut geht. 

Und das ist ein kleines Wunder, wenn man bedenkt, was ihm passiert ist.

Rückblende: Das ist passiert

Rückblende: Es ist Sonntag, der 12. Juli. Werner A. startet um 14.30 Uhr mit seinem einsitzigen Segelflugzeug, lässt sich am Flughafen Linz-Ost beim Yachthafen von einem Flugzeug per Seil in die Luft ziehen. 

Was dann passiert ist, haben Zeugen berichtet. Das Flugzeug gerät ins Trudeln, der 51-Jährige schafft es nicht, es zu kontrollieren. 

Das Zugseil reißt schließlich, aus einer Höhe von rund 100 Metern stürzt Werner A. ab, geht in der Donau unter. 

Künstlicher Tiefschlaf

Fliegerkollegen werden Zeugen des Absturzes, rasen zur Unfallstelle, helfen dem Piloten aus dem Wasser. Er war einige Minuten unter Wasser, muss sofort in künstlichen Tiefschlaf versetzt werden. 

Auf der Intensivstation des Kepler Klinikums schaffen es die Ärzte, seinen Zustand zu stabilisieren. Seine Lebensgefährtin, seine Kinder, Eltern und Freunde bangen tagelang. Arbeitskollegen malen ihm ein liebevolles Plakat, unterschreiben darauf, stellen es ans Krankenbett.

Dieses Plakat malten Arbeitskollegen des Piloten, während er im Tiefschlaf lag. Es war das erste, das er nach dem Aufwachen sah.
Dieses Plakat malten Arbeitskollegen des Piloten, während er im Tiefschlaf lag. Es war das erste, das er nach dem Aufwachen sah.KUK

A. kämpft sich zurück, am heutigen Montag schließlich, acht Tage nach dem schweren Unfall, schließlich das, was man fast als "Wunder" bezeichnen könnte: A. wird von der Intensivstation auf die Normalstation im Kepler Klinikum verlegt. 

"Ein Wunderbares Gefühl, so umsorgt zu sein"

Über die Pressestelle des Spitals lässt Werner A. nun Grüße ausrichten, bittet aber noch um Ruhe, um sich zu erholen. An den Unfall kann er sich nicht erinnern. Er dankt seiner Familie, den Freunden, dankt dem Team des Kepler-Klinikums. Er hat "ein wunderbares Gefühl, so umsorgt zu sein", sagt er. Besonderer Dank gilt auch seinen Arbeitskollegen. Das Plakat war das erste, was er nach dem Aufwachen aus dem Tiefschlaf gesehen hat. 

Und, trotz des schweren Unfalls, dürfte Herr A. über eine gesunde Portion Humor verfügen. Er ließ übers Spital augenzwinkernd ausrichten, dass ihm schon klar sei, dass er "mit diesem Foto keinen Schöhnheitspreis" gewinnt. Und das ist nach einem 100-Meter-Absturz in einen Fluss tatsächlich nicht das Wichtigste…

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