Das sind die "Hotspots" für Jihad-Anwerber in Wien

Bild: Google Maps/Montage: Heute.at
Der "Jihad-Hype" hat Wien längst erreicht. Mehr als 2.600 IS-Kämpfer aus Europa sollen laut deutschen Medien bereits rekrutiert worden sein, das österreichische Innenministerium bestätigt davon 130 aus Österreich. Beobachter kennen sogar die Teile von Wien, wo "Fans" der Terrormiliz Islamischer Staat gezielt Menschen anwerben, die in den Heiligen Krieg ziehen sollen.
sollen laut deutschen Medien bereits rekrutiert worden sein, das österreichische Innenministerium bestätigt davon 130 aus Österreich. Beobachter kennen sogar die Teile von Wien, wo "Fans" der Terrormiliz Islamischer Staat gezielt Menschen anwerben, die in den Heiligen Krieg ziehen sollen.

In ihre Kreise hineinzukommen, ist fast unmöglich, denn sie halten sich vom "Mainstream" und von den Moscheen fern. Beliebte Wiener Treffpunkte für Anwerbungen sind das "Moslemviertel in Favoriten", die Donauinsel auf der Höhe Reichsbrücke, der Handelskai, die Jägerstraße oder die Simmeringer Hauptstraße.

Auf der Donauinsel etwa finden sich immer wieder kleine Gruppen, die über den Islam sprechen und eifrig Youtube-Videos ansehen. Die Anwerber sprechen Deutsch, Arabisch und Englisch. Mit Sätzen wie "möchtest du dein Leben ändern und in eine andere Welt eintauchen?" oder "Die ungläubigen Menschen haben genug angerichtet, wir müssen uns wehren und sie vernichten" werden die jungen Menschen gelockt.

Moscheen werden bewusst gemieden

Die potenziellen Gotteskrieger entspringen sozial problematischen Verhältnissen, verherrlichen Gewalt, haben den Drang nach einer Erfüllung im Leben, die sie im Jihad zu finden glauben, und sie sind auf der Suche nach "Abenteuer und Action". Die Dokumentation ihrer Brutalität ist zu einem Markenzeichen avanciert. In Wien finden die Treffen abseits der islamischen Community statt.

Einer der Jugendlichen, der sich eine IS-Veranstaltung angehört hat und nicht beim Namen genannt werden will, meint, dass hier "Profi-Marketing-Gurus" am Werk seien. "Sie wissen genau, was sie sagen müssen, um dich in ihren Bann zu ziehen. Sie treffen den Nerv der Abenteuerlust und versprechen genau das, was vielen potenziellen Bewerbern fehlt: Ein Sinn im Leben und das Versprechen nach Erfüllung", so der 18-jährige Mann.

"Du wirst wochenlang bearbeitet"

Der Übertritt zum "IS-Islam", der besagt, dass man den Feind töten darf, seien Kernpunkte der Rekrutierungsideologie. "Du wirst wochenlang bearbeitet. Sie laden dich zum Essen ein. Sie zeigen dir Videos, stellen dir Geld in Aussicht, dokumentieren eindrucksvoll ihre Errungenschaften und versprechen dir eine glorreiche Zukunft und Heldentum", ergänzt er.

Die muslimische Glaubensgemeinschaft in Österreich ist sich der Problematik bewusst, aber weitgehend machtlos. Denn bei den IS-Schlüsselfiguren in Wien handelt es sich oft um radikalisierte Konvertiten oder um andere Außenseiter, die nicht in der Gemeinde verankert sind, heißt es etwa vonseiten der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGiÖ).

Brutalität macht Attraktivität aus

Seit dem im April medial viel beachteten Fall , ist die Gewissheit da, dass der Jihad "vor der Tür steht". Die Brutalität der IS-Milizen trägt zu deren Popularität bei und zieht weitere Kämpfer an. Auch in Österreich versucht die Terrorgruppe, junge Menschen "für das Kalifat" zu begeistern.

APA/Red.
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