40 Jahre nach Erscheinen seines Weltbestsellers "Illuminatus!" ist ein neues Buch des Verschwörungstheorie-"Papstes" herausgekommen. "Aufdecker" Robert Anton Wilson entzaubert in seinem Lexikon die bekanntesten Verschwörungen. "heute.at" stellt die Top 10 vor. Diesmal die Blockbuster unter den Geheimbündlern: Freimauer, Illuminaten und Nazi-Illuminaten.
40 Jahre nach Erscheinen seines Weltbestsellers "Illuminatus!" ist ein neues Buch des Verschwörungstheorie-"Papstes" herausgekommen. "Aufdecker" Robert Anton Wilson entzaubert in seinem Lexikon die bekanntesten Verschwörungen. "heute.at" stellt die Top 10 vor. Diesmal die Blockbuster unter den Geheimbündlern: Freimauer, Illuminaten und Nazi-Illuminaten.
Fakten:
Eine US-Umfrage in den 90ern ergab, dass fast drei Viertel der erwachsenen US-Amerikaner glauben, die US-Regierung sei regelmäßig in geheime und verschwörerische Aktivitäten verstrickt.
Laut der gleichen Studie glauben 29 Prozent der US-Amerikaner an Hexerei, aber gerade zehn Prozent glauben, dass Elvis noch lebt.
Zwei Minuten nach Bekanntwerden des , war der erste Poster im "heute.at"-Forum fest davon überzeugt, dass der Grund dafür, dass man seinen Stimmzettel nicht mehr selbst in die Urne werfen darf, Teil einer Verschwörung der Grünen sei, die die Wahl erfolgreich für sich manipulierten.
Verschwörungstheorien gibt es wie Sand am Meer. Das Geniale daran: Sie müssen keinen Sinn machen, denn wenn etwas nicht erklärbar ist, dann liegt das an fehlenden Informationen, die die Regierung, der Geheimdienst, die Illuminaten oder Ähnliches unterdrücken. Damit wird die Unsinnigkeit der Idee selbst zur Rechtfertigung und zum Beweis, dass sie stimmen muss.
"heute.at" stellt in einer Artikelreihe (gekürzt) die zehn bekanntesten, beliebtesten sowie skurrilsten und absurdesten Verschwörungstheorien der Welt vor. Diesmal die bekanntesten aller Geheimbund-Verschwörungstheorien: Freimauerer und Illumiaten sowie die Nazi-Illuminaten.
Robert Anton Wilson, Mathias Bröckers
Lexikon der Verschwörungtheorien
Verschwörungen, Intrigen, Geheimbünde
Westend Verlag
304 Seiten
Eine
Was es mit den Freimaurern auf sich hat - bitte umblättern
Freimaurer
Aus dem "Devils Dictionar" von Ambrose Bierce:
Freimaurer. Ein Ordnen mit geheimen Riten, grotesken Zeremonien und fantastischen Kostümen, ursprünglich von Kunsthandwerkern in London während der Regentschaft von Charles II. gegründet, dem die Toten vergangener Jahrhunderte in ununterbrochener Folge beigetreten sind, so dass er nun alle Generationen jenseits von Adam umfasst und jetzt auserwählte Rekruten unter den Bewohnern des Chaos und der gestaltlosen Leere der Vor-Schöpfungszeit zusammentrommelt.
Freimaurerei ist sicherlich die größte, wahrscheinlich die älteste und immer noch die umstrittenste aller rein männlichen Geheimgesellschaften, die in unserer Welt überlebt haben.
Die Schätzungen, wie alt sie ist, gehen auseinander. Auch, wie "gut" oder "böse" sie ist (siehe Lexikoneintrag "Born in Blood", dort werden die Freimaurer bis ins Mittelalter zurückverfolgt, in neueren Theorien werden sie sogar noch viel älter eingeschätzt).
Obwohl man Freimaurerei oft als politische oder religiöse Verschwörung bezeichnet, ist es Freimaurern verboten, politische oder religiöse Themen innerhalb der Loge zu diskutieren.
Gary Dryfoos vom MIT (Massachusetts Institute of Technology) betreibt eine Freimaurer-Webseite. ER behauptet, dass man ihn, obwohl er einen hohen Rang besitzt, noch nie gefragt hat, ob er an heidnischen oder satanischen Riten teilnehmen wolle. Auch sei er noch nie gefragt worden, ob er bei einem Komplott gegen eine politische Partei mithelfen wolle.
Stattdessen lehre man in den Logen Werte wie Wohltätigkeit, Toleranz und Bruderschaft. "Alles Lüge", behaupten eingefleischte Anti-Freimaurer.
Die Erzfeinde der Freimaurer sind normalerweise Katholiken oder fundamentalistische Protestanten. Sie werfen ihnen vor, dass die Freimaurerei heidnische Elemente beinhalte. Stimmt wahrscheinlich. Andererseits trifft das auch auf Weihnachten und viele andere katholische Feste zu.
Was die orthodoxen Kirchen an den Freimaurern am meisten stört, ist, dass sie, wie auch unsere Verfassung, die gleiche Toleranz gegenüber allen Religionen propagiert, und das, so wird befürchtet, verringert das Zugehörigkeitsgefühl zu einer bestimmten Religion. Wer darauf besteht, dass sein Dogma akzeptiert wird, und wer alle anderen als Irrlehren verteufelt, sieht in dieser freimaurerischen Einstellung ganz zu Recht eine Bedrohung für seinen Glauben.
Siehe auch: Grand Orange Lodge of Ireland, Illuminaten, P2-Verschwörung, Rosenkreuzer, Freimaurerwort
Verweise: Light on Freemasonry, von David Bernard, Vonnieda and Sowers, Washington, D.C., 1858
Die Illuminaten - auf der nächsten Seite
Die Illuminaten:
Vom Jesuiten Adam Weishaupt gegründet bestanden die Illuminaten nur neun Jahre, bis sie 1785 von den Bayern verboten wurden. Laut Encyclopedia Britannica gelang es den Illuminaten, viele Freimaurerlogen unter ihren Einfluss zu bringen. Auch Goethe gehörte zu ihnen.
Abbé Barruel und mit ihm viele "Aufdecker" glaubten, dass die Illuminaten nach dem Verbot in den Untergrund gingen und einfach unter anderem Namen weitermachten. Barruel unterstellte ihnen, Mit dem Assassinen-Orden, den Tempelrittern und einer jüdischen Weltverschwörung zu tun zu haben. Nachgesagt wird ihnen abwechselnd, Republikaner, Kommunisten, Anarchisten oder Satanisten zu sein. Nach manchen Theorien stehen sie auch hinter dem internationalen Bankenwesen.
Freimaurer-Historiker Albert G. Mackey schätzt die damalige Mitgliederzahl auf rund 2.000. Baron Knigge, einer der einflussreichsten Illuminaten sei ein frommer Christ gewesen, so Mackey. Es sei also unwahrscheinlich, dass die Vernichtung des Christentums Ziel des Bundes gewesen sein, wie Barruel behauptet.
Siehe auch (Verweise auf ähnliche Theorien im Buch): Ewige Blumenkraft, High IQ Bulletin, Geschichte der Geheimgesellschaften, Nazi-Illuminaten-Theorie, Keiner traut sich, Verschwörung zu sagen, Geheimgesellschaften und ihre Rolle im 20. Jahrhundert, Weltrevolution.
Verweise: Encyclopedia Britannica, Ausgabe 1996, Halicar to Impala, S. 1094.
Encyclopedia of Freemasonry, von Albert G. Mackey, Macoy Publishing, Richmond, Va., 1966, S. 1099
Nazi-Illuminaten - bitte umblättern
Nazi-Illuminaten
J. F. C. Moore schrieb in einem Artikel, dass Nationalsozialismus und amerikanischer Konservativismus beide ihre Wurzeln in der Illuminaten-Verschwörung hätten. Wenn man die Nazis mit den rechtsradikalen Bewegungen in der USA vergleiche, seien sie sich so ähnlich, das könne kein Zufall sein, so Moore.
Moores Theorie sagt im Grunde, dass seit der amerikanischen und der Französischen Revolution bestimmte rechte Gruppen Anarchie als Ergebnis von zu viel Demokratie befürchten. Das wollen sie verhindern und bilden deshalb Geheimgesellschaften, die sich der Staatsanbetung und/oder dem christlichen Sozialismus widmen, kombiniert mit dem gnostischen Mysterium, von himmlischen oder außerweltlichen Wesen geleitet zu werden. Diese Anleitung schafft den Zustand "Illuminatenon", und der Initiierte verspürt das tiefe Bedürfnis, für Gott und gegen Das Böse zu kämpfen; das Problem dabei ist, dass Gott und Das Böse mit Hilfe einer autoritären Ideologie definiert werden, die alle Rebellen gegen die "gottgewollte Autorität" als fleischgewordene Teufel bezeichnet.
J. Edgar Hoover, der berüchtigte ehemalige FBI-Boss, soll Mitglied einer solchen okkulten Gruppe gewesen sein.
Verweise: Die Nazi-Religion: Views on religious statism in Germany and America, von J.F.C. Moore, Libertarian American, Vol. III, No. 3, August 1969.
Das schwarze Reich. Geheimgesellschaften und Politik im 20. Jahrhundert, von E. R. Carmin, München, 1997