Das Streben nach dem Tod in "A Ghost Story"

Casey Affleck spukt als Leintuch-Gespenst in seinem früheren Zuhause.

Für Filmemacher David Lowery spielten sie schon in "Ain't Them Bodies Saints" (2013) ein problembeladenes Liebespaar, nun werden Rooney Mara und Casey Affleck in "A Ghost Story" erneut entzweit. Statt eines Gefängnisaufenthalts zwingt ihnen diesmal der Tod die Trennung auf. Nach einem fatalen Autounfall kehrt der Geist eines Komponisten (Affleck), klassisch in ein weißes Leintuch mit schwarzen Augenschlitzen gehüllt, zu seiner trauernden Ex-Freundin (Mara) zurück.

Independent

"A Ghost Story" ist Independent Kino durch und durch. Die Dreharbeiten in Texas wurden geheimgehalten und in Windeseile abgeschlossen. Dialoge und Soundtrack sind auf ein Minimum reduziert, die Hauptfiguren bleiben namenlos (im Eintrag der "Internet Movie Database" werden sie als C und M ausgewiesen) und die Botschaft des Films weitgehend dem Brainstorming seines Publikums überlassen. Stilecht feierte "A Ghost Story" im Rahmen des Sundance Filmfestivals 2017 (das größte Independent-Festival des Film-Biz) seine Weltpremiere. In Österreich wird der Film nur in wenigen Kinos zu sehen sein.

Denkanstoß

Für eine kuschelige Date Night eignet sich Lowerys aktuelles Werk nicht. Wer sich hingegen mit den großen Fragen des Lebens (nach dem Tod) beschäftigt oder beschäftigen möchte, darf sich von "A Ghost Story" den einen oder anderen interessanten Denkanstoß erwarten. Nach Beziehungs- und anschließender Trauerarbeit steht die Sinnhaftigkeit des menschlichen Geltungsdrangs auf dem Prüfstand. Rooney Maras Performance ist wie immer sehenswert, Popstar Kesha hat eine kleine, gut versteckte Rolle.

"A Ghost Story" startet am 7. Dezember in den österreichischen Kinos. (lfd)

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