Jedes Jahr zur Wiesn-Zeit stellen sich vor allem auswärtige Besucher die gleiche Frage: Wie war das noch mit der Schleife an der Dirndl-Schürze?
Denn wo die Schleife sitzt, ist ein echter Flirt-Code – vorausgesetzt, die Dame im Dirndl weiß auch davon.
Axel Munz, Geschäftsführer des Trachtenherstellers Angermaier, erklärt den Code so: Wer die Schleife links trägt, signalisiert, dass sie Single ist und offen für Kontakte. Rechts gebunden bedeutet: vergeben, verlobt oder verheiratet.
Die vorne mittig gebundene Schleife steht traditionell für Jungfräulichkeit. Heute nutzen manche Damen diese Position auch, wenn sie ihren Status lieber geheim halten wollen. Hinten gebunden deutet auf eine Witwe hin – oder auf eine Kellnerin.
Ein echtes Äquivalent bei den Männern gibt es laut Munz nicht. Dafür sollen neuerdings Anstecker am Revers den Beziehungsstatus verraten: Ein Edelweiß steht für Treue und Verbundenheit – der Träger ist also vergeben.
Ein Brezn-Anstecker hingegen signalisiert Offenheit und Lebensfreude: Der Mann ist Single.
Übrigens ist die Schleifen-Tradition gar keine alte Überlieferung. Sie ist erst in den 1980er-Jahren entstanden, wie Bezirksheimatpfleger Thomas Appl bei TAG24 erklärt.
Also keine Sorge, wenn du die Schleife mal auf der falschen Seite trägst – so streng nimmt das am Ende niemand.