Das verrückteste Handy, das wir je getestet haben

Das Galaxy Fold ist Samsungs futuristisches Falthandy. Im Test beeindruckt es mit seinem gigantischen Display. Allerdings gibt es einen Haken.
"Total verrückt!", "Wow!", "darf ichs mal halten?", "hahaha, wie teuer ist das?" – nie zuvor hat ein Testgerät auf der Redaktion für so viel Aufsehen gesorgt wie das Galaxy Fold 5G von Samsung.

Das Falthandy sticht ins Auge. Zusammengeklappt ist es mehr als doppelt so dick wie ein normales Handy. Da es schmal ist, liegt es dennoch gut in der Hand. Wird es aufgeklappt, so strahlt einen das imposante 7,3 Zoll große Display an.

Das Mäusekino

Das Design hat Folgen: Im Laufe unseres 14-Tage-Tests hat sich unser Nutzungsverhalten verändert. Es wurde subjektiv weniger Zeit vor dem großen Bildschirm verbraucht. Denn aufklappen tut man das Fold nur, wenn man Zeit hat. SMS lesen, Push-Nachrichten anschauen, jemand anrufen – all das kann man auf dem 4,6-Zoll-Display erledigen.

Um solche simplen Aufgaben zu erledigen, ist das Display auf der Vorderseite gerade genug groß. Für alles andere ist es aber ein echtes Mäusekino, und man hat Mühe, die Buchstaben zu treffen. So will man nur wenig Zeit in dem Modus verbringen. Das Konzept ist absolut faszinierend. Es könnte die nahe Zukunft der faltbaren Tablet-Handys zeigen.

CommentCreated with Sketch.0 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Die meisten, die das Gerät in der Hand hielten, fanden es übrigens verhältnismäßig leicht. Aber Vorsicht: Wenn dir das zugeklappte Smartphone im Bett auf den Kopf fällt, so tut das höllisch weh. Wir haben das – ähm, ja, sagen wir – für euch getestet.

So funktioniert das Samsung Galaxy Fold
So funktioniert das Samsung Galaxy Fold
Vorsicht, Fingernagel!

Samsung wollte das Fold bereits im April auf den Markt bringen. Weil Probleme auftraten, wurde es nochmals überarbeitet. Einige davon scheinen nicht abschließend gelöst worden zu sein. Beim Testgerät war nach zwei Wochen ein leises Knirschen zu hören. Vermutlich hatte sich Staub oder eine andere Verunreinigung im Scharnier abgelagert.

Dennoch: Das Galaxy Fold ist eine technische Meisterleistung und aktuell ohne Zweifel das spannendste Smartphone auf dem Markt. Eine Kaufempfehlung kann man – wie praktisch für alle technischen Geräte der ersten Generation – nicht abgeben. 2.000 Euro ist sehr viel Geld für ein Handy, das nicht wasserdicht ist und dessen Screen so anfällig auf Kratzer durch Fingernägel ist.

Was, wenn das Display kaputt ist?

Samsung bietet einen Bildschirmreparaturservice an. Dieser deckt Schäden am Display außerhalb der Standardgarantie ab, zum Beispiel Kratzer oder Schnitte. Der Service kostet die Kunden rund 150 Euro. Er kann einmalig im ersten Jahr gekauft werden. Zu den regulären Reparaturpreisen hält sich der Hersteller bedeckt. Die Reparatur dürfte aufwendig und darum auch teuer sein. Wie Businessinsider.com berichtet, soll sie in den USA bis zu 600 Dollar kosten.

Was kommt nach dem Fold?

An Samsungs Entwicklerkonferenz SDC in San Jose, Kalifornien, wurde diese Woche gezeigt, wohin sich die Falttechnologie entwickeln soll.

Ein neuer Falz für Samsung-Handys
Ein neuer Falz für Samsung-Handys


Ein neuer Falz für Samsung-Handys. (Video: Samsung)

In einem Video enthüllte der Hersteller, an welchen Konzepten er tüftelt. So wird ein neuartiges Gerät nicht wie ein Buch, sondern vertikal gefaltet. Es erinnert an die Klapphandys von früher. Weitere Details zum namenlosen Smartphone wurden nicht verraten. Es soll jedoch nicht das einzige Falthandy bleiben, das der Hersteller in den kommenden Jahren verkaufen will, wie im Rahmen der SDC von einem Entwickler angetönt wurde.

So aufregend bei Falthandys die Seitenverhältnisse der Bildschirme und die Formfaktoren sind, sie stellen die Entwickler vor neue Herausforderungen. Dies erklärten Experten an der SDC. Kenneth Ford, Entwickler bei Google, sagte etwa: "Für die Anzeige von Inhalten hat es viel mehr Platz, diesen muss man jedoch auch clever nutzen." Besonders anspruchsvoll sei vor allem der Wechsel zwischen dem kleineren Außen- und dem viel größeren Innendisplay, fügte Cain Wong von der Fotobearbeitungs-App VSCO an. Programmiere man dies falsch, so könnten dabei Daten verloren gehen, sagt er.

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