Das war die gute alte Zeit

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Ein Freund überraschte mich vor Kurzem mit der Ansage: "Die gute alte Zeit, die ist jetzt!" Wenn ich den Umfragen Glauben schenken soll, dann empfindet die Mehrheit der Österreicher ähnlich: Die Zeiten werden nicht besser, die Zukunft schaut düster aus. Also wird man vielleicht in einigen Jahren sagen: 2015, das war noch die gute alte Zeit! Damals ging es uns deutlich besser als heute! Wird das wirklich so sein?

Ein Freund überraschte mich vor Kurzem mit der Ansage: "Die gute alte Zeit, die ist jetzt!" Wenn ich den Umfragen Glauben schenken soll, dann empfindet die Mehrheit der Österreicher ähnlich: Die Zeiten werden nicht besser, die Zukunft schaut düster aus. Also wird man vielleicht in einigen Jahren sagen: 2015, das war noch die gute alte Zeit! Damals ging es uns deutlich besser als heute! Wird das wirklich so sein?

Ich glaube, jede Zeit hat ihr Gutes und ihre Nöte. Die "gute alte Zeit" hatte immer auch ihre Schattenseiten. Und die Zukunft brachte nie nur böse und schlechte Überraschungen. Immer ist die Zeit eine Mischung aus Freude und Leid, aus Glück und Unglück. Für die Menschen im Nahen Osten war dieses Jahr 2015 ein weiteres Horrorjahr. Die Hälfte der Bevölkerung von Syrien ist auf der Flucht, die andere Hälfte leidet im eigenen Land die Qualen eines Krieges, der nun schon ins fünfte Jahr geht. Kein Wunder, dass Hunderttausende aus diesen Kriegsgebieten nach Europa flüchten, um zu überleben. Bewundernswert ist die Hilfsbereitschaft so vieler Menschen in unserem Land. Viele machen sich freilich Sorgen, wie das weitergehen soll, wenn die Flüchtlingsströme anhalten.

Sorge macht auch der Klimawandel. Nach einem Sommer der Superlative mit nie gekannten Temperaturen gibt es kaum jemanden, der diese Veränderung leugnet. Sorge machen die steigende Arbeitslosigkeit, die vielen Insolvenzen, nicht nur Baumax und Zielpunkt. Wie wird das 2016 weitergehen? Zum bitteren Jahreswechsel 1944/45 schrieb Dietrich Bonhoeffer im Gefängnis ein hoffnungsvolles Gedicht, das ich Ihnen, liebe "Heute"-Leserinnen und Leser, als meinen Wunsch ins neue Jahr mitgebe: "Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost, was kommen mag. Gott ist bei uns am Abend und am Morgen und ganz gewiss an jedem neuen Tag".

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