Wirtschaft

Das Wohnen ist so teuer wie noch nie

Heute Redaktion
14.09.2021, 03:34

Zahlte man in Wien noch vor wenigen Jahren im Schnitt 10 Euro pro Quadratmeter, kostet die Miete jetzt schon rund 14 Euro. Ein Ende der Preisexplosion ist nicht in Sicht, denn die Stadt trägt laut Experten zur Kostenspirale bei, statt sie auszubremsen.

Die Inflation und die massiven Gebührenerhöhungen der Stadt (Gas, Wasser, Strom, TV) ließen die Wohnkosten mit Jahresbeginn in die Höhe schnellen. Doch das ist nicht der einzige Grund für die horrenden Preise am Wiener Immobilienmarkt: "In den nächsten 15 Jahren wird Wien Prognosen zufolge um bis zu 300.000 Einwohner wachsen. Derzeit werden 4000 Wohnungen pro Jahr gebaut", erklärt Oliver Brichard von der Wirtschaftskammer Wien.

Das Hauptproblem: Die Nachfrage nach Wohnungen übersteigt das Angebot um ein Vielfaches! Die Stadt fördert zwar billiges Wohnen, laut Brichard allerdings viel zu wenig: "Wien sitzt auf einem Schuldenberg. Es fehlt schlicht das Geld", kritisiert der Experte. Ein weiterer Grund für die aktuellen Irrsinnspreise ist die Wirtschaftskrise: Wer genug "Kleingeld" hatte, kaufte sich in den vergangenen Jahren lieber eine Wohnung, als das Geld aufs Sparbuch zu legen. Das ließ die Preise auch am Eigentumssektor explodieren - und Eigentümer sind oft auch Vermieter, die ihre Kosten weitergeben.

Interview

Was sagt die Stadt zur Miet-Misere? Heute fragte bei Wohnbaustadtrat Michael Ludwig nach:

Wie viele Wohnungen werden in Wien pro Jahr gebaut?

Ludwig: "Die Stadt Wien baut 6000 bis 7000 Wohnungen, mit privaten Bauträgern sind es 7500 jährlich."

Wie viel Geld nimmt die Stadt pro Jahr in die Hand?

"Wir investieren 500 bis 600 Millionen Euro."

Ein Plus zu 2011?

"Im Vorjahr waren es 70 Millionen Euro weniger. Heuer sind es wieder um 25 Millionen mehr als 2011."

Lisa Steiner

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