Österreich

Dauerregen: Lage spitzt sich zu

Heute Redaktion
14.09.2021, 17:01

Die Hochwasser-Situation im Land ob der Enns bleibt dramatisch: Auch am Mittwoch regnete es pausenlos, der Wasserstand von Traun, Enns, Donau und Inn schwoll weiter an! Die größte Angst vor verheerenden Schäden herrscht in Mauthausen (Bez. Perg). Dort haben Dutzende Helfer den Donauort in eine Wasserfestung verwandelt. Dramatisch: Auch die Leiche einer Vermissten wurde angeschwemmt!

Die Raftingfahrerin Gunde G. (44) war bereits vor eineinhalb Monaten in Palfau (Obersteiermark) ins Wasser gefallen und nicht mehr aufgetaucht! Jetzt, exakt 46 Tage später, gaben die Wassermassen ihre Leiche wieder frei. Der tote Körper wurde von der Salza in die Enns gespült, dort durch einen Rechen gedrückt - und jetzt in Großraming (Bez. Steyr-Land) angeschwemmt. Eine DNA-Analyse wird letzte Gewissheit bringen, dass es sich um die vermisste Grazerin handelt, sagt Hermann Feldbacher von der Sicherheitsdirektion.
Wie das Ennstal befinden sich auch die restlichen Gebiete in Oberösterreich im Ausnahmezustand: Die großen Regenmengen führen zu Überflutungen von Straßen und Wohnhäusern. Tausende Feuerwehrmänner sind seit Dienstag im Einsatz, um Keller auszupumpen, Straßen von Vermurungen zu befreien oder um mit Sandsäcken Dämme zu bauen. Beispielsweise in Mauthausen (Bez. Perg): Dort war die Donau zu Redaktionsschluss Mittwochnacht bereits aus den Ufern getreten. Die Donauuferstraße (B3) war in diesem Bereich gesperrt. Feuerwehrmann Hermann Kollinger berichtet: 120 Feuerwehrmänner haben sämtliche Gebäude in der Gefahrenzone mit Sandsäcken und Holzbrettern verbarrikadiert. Schwer betroffen sind auch die Bezirke Gmunden, Vöcklabruck, Schärding, Linz Land - und die Hochwasser-Stadt Steyr: Dort sind der Enns- und der Ortskai völlig gesperrt, das Wasser steht bereits mehrere Meter hoch. Kurios: Wegen der anhaltenden Regenfälle musste in einer Steyrer Schule die für Mittwoch geplante mündliche Matura abgesagt werden. Manfred Holzleitner, Direktor der Bundeslehranstalt für Kindergartenpädagogik, sagt: Das wäre unverantwortlich gewesen, weil die Gefahr zu groß ist. Wir haben die Schüler wieder heimgeschickt!
Im Landesfeuerwehrkommando wird die Lage jedenfalls weiter mit Argusaugen beobachtet. Rund um die Uhr einsatzbereit sind auch 10.000 Soldaten des Bundesheeres.

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