David LaChapelle stellt in Galerie OstLicht aus

David LaChapelles Sujets für den diesjährigen Life Ball sorgten, in Wien plakatiert, wochenlang für Aufsehen und manch eine Anzeige. In der Galerie OstLicht sind die Fotos vom Transgender-Model Carmen Carrera im Garten der Lüste erst im hintersten Raum zu entdecken. Sie geben der Schau "Once in the Garden", die am Sonntag vom schillernden Fotografen persönlich eröffnet wurde, trotzdem ihren Titel.

im Garten der Lüste erst im hintersten Raum zu entdecken. Sie geben der Schau "Once in the Garden", die am Sonntag vom schillernden Fotografen persönlich eröffnet wurde, trotzdem ihren Titel.

Mit grellen, glamourösen, zumeist provokanten Aufnahmen von Pop-und Filmstars wie Courtney Love, Michael Jackson, Lady Gaga oder Paris Hilton in surrealen, an Barockgemälde angelehnten Settings wurde LaChapelle berühmt. Seine Themen wie Religion, Star-Kult und das Verschwimmen von Geschlechtergrenzen faszinieren und provozieren gleichermaßen.

Kapitalismus- und Konsumkritik

Seine für renommierte Magazine abgelichteten Promis sucht man in "Once in the Garden" in der Galerie OstLicht aber vergeblich. "Es war eine gute Schule für das, was ich jetzt mache", sagte der US-Amerikaner zuletzt - und fokussiert sich seitdem ganz auf seine Botschaft. Die Kritik an Kapitalismus und unserer Wegwerfgesellschaft stehen im Mittelpunkt seiner drei neuesten Werke, die neben einzelnen älteren Bildern aus den vergangenen 20 Jahren ab Montag in der Galerie OstLicht zu sehen sind.

Recycling-Kunst

Aufwendig inszeniert sind LaChapelles jüngste Serien "Gas" (2012) und "Land Scape" (2013), die mit 15 Bildern am prominentesten vertreten sind und die globale Ölproduktion zum Thema haben. Was aus der Weite wie Tankstellen und Raffinerien in glitzernden Kitsch-Settings anmutet, sind maßstabgetreue Modelle aus recycelten, auf Erdölbasis produzierten Materialien.

Vom 51-Jährigen entworfen und von "Hollywood-Designern" professionell umgesetzt, wie bei der Vorab-Presseführung am Freitag verraten wurde, entstanden Atomreaktoren aus Alu und Areale aus Eierkartons, Metalldosen, Karton und Strohhalmen, fotografiert im Regenwald von Maui sowie in Wüstenlandschaften und an der kalifornischen Küste.

Wie katastrophal die Ausbeutung des Planeten enden könnte, zeigt das opulente Panorama-Bild "Deluge": Hier retten sich Menschen jeden Alters oder Geschlechts, jeder Herkunft oder sexuellen Orientierung aus den Fluten, tragen einander und ihre Besitztümer. Nackt, versteht sich.

Auch persönlichstes Werk wird gezeigt

Erstmals in Europa zu sehen ist das 2013 entstandene "Self portrait as house", in den Pressematerialien als LaChapelles "wohl persönlichstes Werk" beschrieben. Die großformatige Fotografie gibt Einblick in sieben Zimmer der Gegensätze: im Erdgeschoß die kämpfenden, mit Blut bespritzten Männer mit Astralkörpern, in der Küche die Magersüchtige und deren Mahlzeit gegenüber der Übergewichtigen mit Fast-Food-Menü, oben die unschuldige Schöne zu Jesus betend, daneben die der Alkohol- und Mediensucht Verfallende und der masturbierende Mann im Schrank.

Unverwechselbarer Stil

Ob seine jüngsten surrealen Landschaften oder die kultigen Glamour-Shots wie "This is my house" (1997) und "Celebrity Gleam" (2002): Ein LaChapelle ist auf den ersten Blick zu erkennen. "Das allein ist schon ein Kunststück. Ein Stück Kunst", wie Life-Ball-Organisator Gery Keszler im Vorwort des Begleitkatalogs festhält. Im Falle des "Once in the Garden"-Motivs muss man für ein Stück Kunst 44.500 Euro springen lassen.

Fünf Prozent des Nettoverkaufserlöses der Bilder kommen im Rahmen der Ausstellung AIDS LIFE zugute - sind es doch Gery Keszler und sein Life Ball, für die LaChapelle getreu der Botschaft von Toleranz und Diversität Carrera im paradiesischen Garten mal mit weiblichem, dann mit männlichem Geschlechtsteil inszeniert hat.

"David LaChapelle. Once in the Garden"

von 2.6. bis 14.7. in der Galerie Ostlicht

Absberggasse 27, 1100 Wien

Mi-So 12.00-18.00

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