Verlassen wir uns auf künstliche Intelligenz oder denken wir lieber selbst nach? Diese Frage lässt sich offenbar direkt im Gehirn ablesen. Ein Forschungsteam der Technischen Universität Berlin hat genau das untersucht.
In einem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Projekt namens "Neuronale Korrelate von Vertrauen in Mensch-KI-Interaktion" haben die Wissenschaftler untersucht, wie Vertrauen in KI mit dem sogenannten "kognitiven Offloading" zusammenhängt.
Wie t3n.de unter Berufung auf eine Pressemitteilung der TU Berlin berichtet, geht es dabei um die Frage, ob Menschen Denkprozesse wie das Erinnern von Informationen an künstliche Intelligenz auslagern.
Anstatt die Probanden nach ihrer Einschätzung zu fragen, setzten die Forscher auf ein Elektroenzephalogramm (EEG). Mit diesem Verfahren lassen sich elektrische Hirnströme schmerzfrei messen und Aussagen über Aufmerksamkeit und Gedächtnisarbeit treffen.
In einer Studie untersuchte das Team den neuronalen Marker N2pc, der anzeigt, worauf die Aufmerksamkeit gerichtet ist. Das Ergebnis: Bei einer zuverlässigen KI fällt der Wert geringer aus. Das Gehirn "entspannt" sich, weil es sich auf die KI verlässt.
Eine zweite Studie kam zu einem ähnlichen Schluss, maß aber ein anderes Signal - die sogenannte CDA. Dieser Wert zeigt die Belastung des visuellen Kurzzeitgedächtnisses an. Je stärker oder schwächer die CDA ist, desto besser lässt sich nachzeichnen, wann Vertrauen aufgebaut, gebrochen oder wiederhergestellt wird.
In der Praxis wären die Ergebnisse vor allem dort nützlich, wo Menschen in sensiblen Bereichen mit KI zusammenarbeiten - etwa in der medizinischen Diagnostik oder der Qualitätskontrolle in der Industrie.