Astrologie erlebt gerade eine bemerkenswerte Renaissance. Immer mehr Menschen fragen nach dem Sternzeichen ihres Gegenübers und ordnen Charaktereigenschaften nach Widder, Stier oder Zwillinge ein. Doch die Wissenschaft zeigt klar: Die zwölf Tierkreiszeichen, auf denen alle Horoskope basieren, sind schlicht falsch.
Die Wurzeln der Sternzeichen reichen über 3000 Jahre zurück ins alte Mesopotamien. Babylonische Astronomen teilten damals die scheinbare Sonnenbahn am Himmel - die sogenannte Ekliptik - in zwölf gleiche Abschnitte zu je 30 Grad ein. Jedem Abschnitt ordneten sie ein Sternbild zu, passend zu ihrem Kalender mit zwölf Monaten.
Wie spektrum.de berichtet, gibt es drei einfache Gründe, warum dieses System heute nicht mehr stimmt. Erstens: Es gibt nicht zwölf, sondern 13 Sternbilder auf der Ekliptik. Der Schlangenträger (Ophiuchus) wurde einfach weggelassen, weil er nicht ins Schema mit den zwölf Monaten passte.
Zweitens sind die Sternbilder keineswegs gleich groß am Himmel verteilt. Das Sternbild Skorpion ist auf der Ekliptik nur sechs bis sieben Tage lang sichtbar, während die Jungfrau ganze 44 bis 45 Tage einnimmt. Die babylonische Einteilung in gleiche 30-Grad-Abschnitte hat mit der Realität am Nachthimmel also wenig zu tun.
Drittens - und das ist wohl das stärkste Argument - vollzieht die Erdachse eine langsame Taumelbewegung, die sogenannte Präzession. Dadurch verschiebt sich über die Jahrhunderte, welche Sternbilder zu welcher Jahreszeit am Himmel stehen. War zur babylonischen Zeit ab dem 21. März noch der Widder zu sehen, sind es heute die Fische.
Was bedeutet das für alle Horoskop-Fans? Im Grunde ist es ziemlich wahrscheinlich, dass dein Sternzeichen ein völlig anderes ist, als du immer gedacht hast. Die 88 offiziell anerkannten Sternbilder der Internationalen Astronomischen Union haben mit den zwölf Tierkreiszeichen der Astrologie jedenfalls nur wenig gemeinsam. Beim nächsten Mal, wenn jemand mit seinem Sternzeichen angibt, weißt du also Bescheid.