Dementer (92) wollte Frau wegen Hitler töten: Urteil

Weil er seine 85-jährige Frau mit einem Küchenmesser und einem Topf töten wollte, ist ein 92-jähriger Klagenfurter am Mittwoch schuldig gesprochen worden. Eine fremde Macht habe die Kontrolle über ihn übernommen, sagte der Angeklagte. Die Verteidigung führt die Tat auf seine fortschreitende Demenz zurück. Am Tatort hatte er die Tat damit begründet, dass seine Frau Adolf Hitler nicht getötet hat, obwohl sie in der Volksschule dessen Hand geschüttelt hatte.
In der Nacht auf 31. Dezember 2014 soll der betagte Mann versucht haben, seine Frau mit einem Kochtopf zu erschlagen. Außerdem hatte er ihr mit einem Messer schwere Verletzungen zugefügt. Die Polizei musste den Mann von seinem Opfer wegziehen.

Am Tatort sagte er einer Polizistin, dass er sie töten wollte, weil sie in der Volksschule Adolf Hitler getroffen, ihn aber nicht getötet hatte. Er gab an, dass seine Frau damit den Zweiten Weltkrieg ausgelöst hatte und es ihm leid tue, dass sie überlebt hatte. Seit dem Mordversuch ist die 85-Jährige ein Pflegefall.

Angeklagter: "Fremde Macht" schuld

Im Gerichtssaal gab der 92-Jährige zu Protokoll, dass er sich an den Vorfall erinnere. Eine fremde Macht habe die Kontrolle über ihn übernommen. Der Angeklagte gab sich reumütig und brach in Tränen aus. Er liebe seine Frau noch immer.

Ein Gutachter führt die Wahnvorstellung auf die Demenz des Mannes zurück und hält ihn für nicht zurechnungsfähig. Er soll in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher eingewiesen werden. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
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