Der Streit um die Nutzung der Linzer Brückenkopf-Bauten aus der NS-Zeit geht weiter: Nachdem - wie berichtet - die Glas-Kuben auf den Dächern vom Tisch sind, soll nun auch im Innenbereich alles beim Alten bleiben. Nur ein Innenausbau ermöglicht einen zeitgemäßen Studienbetrieb, protestiert Stadtrat Klaus Luger (SPÖ).
Die Kreativ-Schmiede plant, nach dem westlichen nun auch den östlichen Teil der umstrittenen Nazi-Bauten am Linzer Hauptplatz mit akademischem Leben zu füllen. Die jüngsten Aussagen der Denkmalschützer drohen nun aber, die zukunftsweisenden Entwicklungen zu kippen: Landeskonservator Wilfried Lipp will nach der Fassade auch alle Räume des Gebäudes erhalten. Das führt zu einem völligen Baustopp, kritisiert Luger und erklärt, dass nur mit einem großzügigen Innenausbau das Brückenkopf-Gebäude für die Kunstuniversität genutzt werden kann. Wenn alle an einem Strang ziehen, können wir bis Herbst eine Baubewilligung haben, erklärt er.
Doch auch der Bund könnte, als Folge der aktuellen Verzögerungen, dem Vorhaben noch einen Strich durch die Rechnung machen. Das 120-Millionen-Sanierungsbudget für Unis ist so gut wie verplant. Die 21 Millionen Euro für Linz sind kaum mehr finanzierbar. Worst-Case-Szenario: Die Kunstuni wandert ab. Bei zwei Studienrichtungen gibt es bereits solche Überlegungen.
Jürgen Tröbinger