Szene

Der 65. Fall des Münchner "Tatorts" auf ORF 2

Heute Redaktion
14.09.2021, 15:41

Ein erstklassig inszinierter Münchner "Tatort" mit hochkarätiger Besetzung präsentiert ORF 2 am Sonntagabend mit der Folge "Aus der Tiefe der Zeit". Im 65. Fall geht es um einen Korruptionsskandal in der Baubehörde sowie um ein verhängnisvolles Familiengeflecht.

Ein erstklassig inszinierter Münchner . Im 65. Fall geht es um einen Korruptionsskandal in der Baubehörde sowie um ein verhängnisvolles Familiengeflecht.

) und Maximilian Brückner (dreht zurzeit das ORF/ARD-Historienmelodram "Clara Immerwahr") zu sehen.

Der aktuelle "Tatort"-Fall "Aus der Tiefe der Zeit" wurde von Dominik Graf nach dem Drehbuch von Bernd Schwamm inszeniert. Knapp 18 Jahre nach der mit dem führt der 60-jährige Regisseur erstmals wieder für die erfolgreiche Krimireihe Regie. Gegenüber der Zeitung "Welt" sagte er: "'Aus der Tiefe der Zeit" hätte ich in einer anderen Stadt nicht so gut erzählen können wie in München". Bereits 1995 drehte er dort seinen ersten Fall. "Die Verbindung von Geldadel, dunklen Beziehungen aus der NS-Zeit und riesigen Unternehmen", sagt Graf – "da liegt die Identifikation mit München".

Die Story

Der Sohn einer ehemaligen Zirkus-Prinzessin "Calamity Jane", gespielt von Erni Mangold, wird ermordet. Die Ermittlungen führen die beiden "Tatort"-Kommissare Batic und Leitmayr in den Münchner Stadtteil Westend, wo Luxussanierungen die Mieten schon seit längerem gewaltig in die Höhe treiben. Bei dem Toten handelt es sich um ihren seit langem vermissten Sohn Florian, der sich mit seinem Bruder Peter (Martin Feifel) einst die Geliebte geteilt hatte.

Diese Herzdame, mit dem Namen Liz Bernard (Meret Becker), scheint sowohl über den Toten als auch über seinen Bruder mehr zu wissen, als sie zugibt. Familie Holzer pflegt nicht nur ein bizarres Leben, sondern hat auch Finger in dubiosen Bauvorhaben im Münchner Westend. Dort wohnt auch Kommissar Leitmayr übergangsweise und kriegt die Widerstände im Viertel mit.

Mietzuwächse, gierige Immobilienhaie, Bestechung, kroatische Neo-Nazis und ein SS-Mann aus dem zweiten Weltkrieg spielen in den 90 Minuten des Münchner "Tatorts" ebenfalls eine große Rolle. Fast schon zu viele komplexe Themen werden in diese eine Folge gequetscht, sodass es zu einer etwas unübersichtlichen und wirren Geschichte wird. Es werden viele Problemfelder angeschnitten, jedoch keines richtig vertieft. Sonst ein eigentlich erstklassig inszinierter "Tatort" mit einigen witzigen Anspielungen.

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