Der älteste Dritte-Welt-Arzt auf letzter Mission

Der Braunauer Klaus Täuber ist 77 Jahre alt, und damit der älteste Mediziner bei "Ärzte ohne Grenzen". Noch! Denn jetzt soll Schluss sein.
Vor gut zwei Jahren haben wir schon einmal über ihn berichtet: Klaus Täuber. Der Braunauer ist der älteste praktizierende Arzt bei "Ärzte ohne Grenzen".

Noch! Denn wie der 77-Jährige jetzt mitteilt, soll jetzt Schluss sein mit den Auslandseinsätzen in Dritte Welt Ländern.

Dass der seit 2007 pensionierte Mediziner jetzt wirklich in Ruhestand geht, dafür brauchte es sieben Einsätze. "Sieben – Eine magische Zahl", wie der frühere Oberarzt am Braunauer Krankenhaus erklärt. Und ein guter Zeitpunkt, um nach 10 Jahren im Einsatz für "Ärzte ohne Grenzen" einen Cut zu machen. Denn auch "Dinosaurier" müssen einmal aufhören, wie er sagt.

CommentCreated with Sketch.4 Kommentar schreiben Arrow-RightCreated with Sketch. Außerdem, dass er einmal so lange im Auslandseinsatz sein würde, hätte er am Anfang auch nicht gedacht. Bereist und dort eben auch Menschen geholfen hat Täuber in Kenia, Bangladesh, Libyen, Indien, im Libanon und in Jordanien.

Letzter Einsatz: Armenien

Aktuell ist der Braunauer in Armenien, betreut und versorgt Tuberkulosekranke und bildet vor Ort neue Ärzte aus. Am 3. Juli war der ausgebildete Internist, Tropen- und Reisemediziner in die Hauptstadt Armeniens, nach Jerewan, gereist und wird voraussichtlich bis Ende dieses Jahres dort bleiben.

Viele Armenier arbeiten in Russland und infizieren sich dort mit Tuberkulose. Wenn sie nach Armenien zurückkehren, lassen sie sich von Medizinern von "Ärzte ohne Grenzen" behandeln, denn hier ist es kostenlos, in Russland würden sie teuer für die medizinische Betreuung zahlen.

Reisen, Familie und weiter unterrichten

Welchen Einsatz er nie vergessen wird? Den allerersten, in Kenia. Man muss sich erst im Projekt zurechtfinden und die neuen Herausforderungen vor Ort kennenlernen. Die größte Umstellung: Teilweise keine Elektrizität zu haben.

Ganz leise wird der 77-Jährige dennoch nicht. Er wird die nächsten zwei Jahre im "TAU-Kolleg", der Krankenpflegeschule des Krankenhauses Braunau unterrichten. Darüber hinaus bei der Diabetiker-Selbsthilfegruppe und dem Mobilen Hospiz der Caritas im Bezirk mitarbeiten.

Was er sich aber fest vornimmt: Sich vor allem mehr Zeit für die Familie zu nehmen und weiterhin viel zu reisen. Klaus Täuber ist verheiratet und Dreifach-Vater. Und außerdem Opa einer aufgeweckten und wissbegierigen Enkelin, wie er "Heute" erzählte.



(cru)

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