Der Juli war in Österreich "deutlich zu warm"

Der Juli stand im Zeichen von gleich mehreren Hitzewellen. Neben Temperaturen um die 39 Grad machten aber auch heftige Unwetter der Bevölkerung schwer zu schaffen.
Der Juli 2019 verlief in Österreich um rund 1,5 Grad zu warm und in vielen Regionen setzte sich die bereits im Juni begonnene Trockenheit fort.

Nach Angaben der Experten der Österreichischen Unwetterzentrale führten die Gewitter und der Starkregen am Monatsende zu großen Schäden vor allem in der Landwirtschaft.

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"Der Juli 2019 fällt mit einer Abweichung von +1,5 Grad gegenüber dem langjährigen Mittel deutlich zu warm aus", sagt Manfred Spatzierer, Chefmeteorologe der Unwetterzentrale. Am größten war die Abweichung in Vorarlberg und dem Tiroler Oberland, hier war der Juli im Schnitt 2,5 Grad zu warm.

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Landesweit gestaltete sich der Juli 2019 überall zu warm und ist vergleichbar mit dem Juli aus dem Vorjahr. Geprägt war das Monat zunächst vom Ende der ersten großen Hitzewelle, einer etwas zu kühlen Monatsmitte, auf die eine weitere Hitzewelle folgte. Diese ging dann im Großteil des Landes mit heftigen Gewitter zu Ende.

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Heißer Start



Bereits am ersten Tag im Juli wurden die Höchstwerte für das Monat erreicht. "Am Ende der ersten Hitzewelle stieg das Thermometer in Krems am Monatsersten auf 38,8 Grad", analysiert Spatzierer. "Ähnlich heiß wurde es dann mit 36,7 Grad in Innsbruck erst wieder in der letzten Julidekade."

Dazu gab es in den tiefen Regionen verbreitet sieben bis zehn Hitzetage. Besonders schwitzen mussten die Villacher, hier wurden sogar 13 Tage mit mehr als 30 Grad registriert. Tropennächte gab es hingegen mit Ausnahme der Bundeshauptstadt nur vereinzelt, in der Wiener Innenstadt sank das Thermometer hingegen 12 mal nicht unter 20 Grad.

Dass der Juli auch wenig sommerlich ausfallen kann, beweist der Blick auf die Tiefstwerte am 11. des Monats. So wurden in St. Jakob im Defereggental in der Nacht nur 2,0 Grad gemessen, dazu wurde dort, im Lungau und stellenweise auch im Mühl- und Waldviertel sogar Bodenfrost und folglich Reif beobachtet.

Unwetter am Ende



In der letzten Julidekade baute sich eine weitere Hitzewelle auf, die am vergangenen Wochenende mit heftigen Unwettern zu Ende ging. Dabei kam es lokal durch die enormen Regenmengen zu Überschwemmungen und Vermurungen. Besonders in Kärnten und der Steiermark fielen stellenweise auch tennisballgroße Hagelkörner vom Himmel.

Durch die Gewitter und den Starkregen in den Nordalpen wurde die Niederschlagsbilanz regional noch aufgebessert. "Deutlich zu trocken fällt der Juli sowohl in einem Streifen vom Innviertel über die nördliche Steiermark bis nach Wien und das Burgenland als auch in Osttirol und Oberkärnten aus", so der Meteorologe.

"Verbreitet fielen hier nur 50 Prozent des üblichen Niederschlags." Das Regensoll wurde im äußersten Süden, vom Außerfern bis zum Salzkammergut sowie im Weinviertel erreicht.

Sonne erfüllt Soll



Die Sonne gehörte im zurückliegenden Monat zum treuen Begleiter. Praktisch im ganzen Land erfüllte sie exakt ihr Soll, zum Teil schien sie auch etwas häufiger als im langjährigen Mittel. In Litschau, dem relativ sonnigsten Ort des Landes, machte sie rund 30 Überstunden.

Der absolut sonnigste Ort des Landes ist ebenfalls in Niederösterreich zu finden. Zwerndorf verzeichnete bis zum heutigen Tag 285 Sonnenstunden. (red)

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