Der "Tatort" aus Österreich war am Sonntagabend ganz klar die Nummer eins im Fernsehen. 9,43 Millionen deutsche Zuschauer (27,5 Prozent Marktanteil) verfolgten den grausigen Flammen-Tod der jungen Prostituierten Yulya . Bei den österreischischen Zusehern waren es 873.000 heimische Fans, die den Krimi mit dem kleine Killer verfolgten. Doch wer ist dieser Kinder-Killer?
Der "Tatort" aus Österreich war am Sonntagabend ganz klar die Nummer eins im Fernsehen. 9,43 Millionen deutsche Zuschauer (27,5 Prozent Marktanteil) verfolgten den grausigen Flammen-Tod der jungen Prostituierten Yulya. Bei den österreischischen Zusehern waren es 873.000 heimische Fans, die den Krimi mit dem kleine Killer verfolgten. Doch wer ist dieser Kinder-Killer?
Ein beklemmender Fall, der viele deutsche und österreischische Zuschauer lange nicht loslassen dürfte: 9,43 Millionen deutsche Gesamtzuschauer hatten sich am Sonntagabend für den "Tatort: Angezählt" mit einem Kinder-Killer – der nach österreichischem Strafrecht unmündig ist, entschieden. Auch in Österreich verzeichnet "Angezählt", indem der zwölfjährigen Ivo eiskalt mordet, Top-Quoten mit 837.000 Zusehern.
Ein absoluter Tagessieg für die ARD - und ein Rekord-Hoch für die Wiener. Mit 2,98 Mio 14- bis 49-Jährigen siegte der Krimi auch bei den Jüngeren (Marktanteil: 21,7%). Zum Vergleich: Im Mai erst hatte der Krassnitzer-"Tatort: Unvergessen" nur sehr übersichtliche 7,69 Mio Gesamtzuschauer in Deutschland erreicht. In Österreich erreichte "Unvergessen" damals einen Spitzenwert von bis zu 878.000 Zusehern. Also um einen Tick besser als der aktuelle "Tatort - Angezählt".
Der grausigen Flammen-Tod der jungen Prostituierten
Eine Frau wandert in einer Gasse umher, raucht und hält ihr Handy umklammert. Plötzlich fährt ein Bub auf dem Fahrrad an ihr vorbei und kehrt in letzter Sekunde um. Unter dem Arm trägt er eine Spielzeug-Pumpgun, er schaut sie eindringlich an. Die Frau fragt ihn. "Was willst du?", doch der Bursche spricht kein Wort. Auf einmal setzt er an und zielt auf die Frau. Erst einige Spritzer auf ihr T-Shirt, dann eine volle Ladung auf ihren Arm, in dessen Hand sie immer noch ihre Zigarette hält. Plötzlich steht die Frau in Flammen und verbrennt unter schmerzhaften Schreien bei lebendigem Leib.
Doch wer ist dieser zwölfjährige Killer?
Der junge Wiener Abdulkadir Tuncer spielte den zwölfjährigen Ivo, der in der brutalen Wiener-Folge die junge Frau in Flammen steckt. Abdulkadirs Rolle bleibt 90 Minuten lang fast stumm, kann nur mit Mimik kommunizieren. Eine wirklich beeindruckende Schauspielleistung für so einen kleinen Mann.
Doch dies ist nicht die erste Rolle für den talentierten Buben. Der gebürtige Türke war bereits in zwei Kinofilmen zu sehen, spielte in Hüseyin Tabaks Flüchtlings-Drama "Deine Schönheit ist nichts wert" die Hauptrolle. Beim "Türkischen Filmpreis 2012" wurde Abdulkadir für diese Leistung als bester Hauptdarsteller, beim "Ankara International Film Festival 2013" sogar als bester Jungdarsteller ausgezeichnet. Ein Schauspielnachwuchstalent, von dem wir sicher noch viel sehen und hören werden.
Wie realistsch war die Szene?
Die Frau wurde beim Rauchen mit einer Wasserpistole voller Benzin besprüht – und brannte wenige Sekunden später lichterloh, sie erlag ihren Verletzungen. Doch ist so ein Tod realistisch? "Express" machte mit einem Feuerwehmann ein Interview und stellte fest: "Das Ganze ist realitätsnah dargestellt. Das ARD-Team hat also offenbar seine Hausaufgaben gemacht, denn wenn Benzin fein gesprüht wird, wirbeln unzählige einzelne Partikelchen durch die Luft, die sich extrem schnell entzünden. Wenn Benzin wie in diesem Falle auf den Körper gesprenkelt wird, erleidet das Opfer viel schneller schlimme Verbrennungen. Das Opfer muss allerdings nicht daran sterben", so der Feuermann.