"Der Mund voller Blut" – Lenker fährt Frau an, flüchtet

Lebensretter Mohsan J. (36) am Unfallort. Hier, am Schutzweg bei der Kreuzung Hasenauerstraße und Cottagegasse, wurde Samstagabend eine Frau von einem Auto angefahren und schwer verletzt. Der Lenker flüchtete.
Lebensretter Mohsan J. (36) am Unfallort. Hier, am Schutzweg bei der Kreuzung Hasenauerstraße und Cottagegasse, wurde Samstagabend eine Frau von einem Auto angefahren und schwer verletzt. Der Lenker flüchtete.Denise Auer
In Döbling wurde Samstagabend eine Frau (53) angefahren, der Lenker flüchtete – „Heute“ berichtete. Dank des Iraners Mohsan J. (36) überlebte sie.

Am Samstag gegen 18.30 Uhr fuhr Mohsan J. mit einem Freund die Hasenauerstraße entlang. Als plötzlich bei der Kreuzung mit der Cottagegasse ein Körper im Scheinwerferlicht auftauchte. "Ein paar Meter hinter einem Zebrastreifen lag jemand mit dem Gesicht nach unten am Fahrbahnrand – und bewegte sich nicht", erinnert sich der Iraner, der 2012 als Flüchtling nach Österreich kam.

"Ihr Mund war voller Blut"

Sein Freund stoppte den Wagen, Mohsan J. lief zu der offenbar verletzten Person. "Es war ein schwaches Stöhnen zu hören. Sie tat sich sehr schwer beim Atmen, ihr Mund war voller Blut. Ich habe mir nur gedacht: Hilf, sonst wird die Frau sterben!"

Iraner machte Herzmassage, Italiener beatmete

Der gelernte Elektrotechniker, der in Wien einige Jahre als Taxler gearbeitet – und dafür auch einen Erste-Hilfe-Kurs belegt – hatte, alarmierte die Rettung. Dann startete er, unterstützt von einem italienischen Zeugen, die Reanimation des mittlerweile leblosen Opfers: "Ich habe die Frau auf den Rücken gedreht, ihre Jacke geöffnet und die Herzmassage gemacht. Der Italiener hat sie beatmet. Nach ein paar Minuten kam sie ins Leben zurück", schildert der Iraner. Was ihm neben dem Erste-Hilfe-Kur half: "Meine damals mit mir geflohene Schwester arbeitet als Hebamme. Von ihr habe ich schön öfter ein paar Tricks zum Thema Reanimation und Hilfe in Notsituationen bekommen."

Die Polizei bestätigt gegenüber "Heute", dass das Leben des Unfallopfers auf Messers Schneide stand. Die Frau dürfte beim Überqueren der Straße am Schutzweg so stark gerammt worden sein, dass sie mehrere Meter weit weggeschleudert wurde und dabei sogar einen Schuh verlor. Bei dem Unfall hatte sie mehrere schwere Verletzungen erlitten.

Lebensretter wünscht sich mehr Courage

"Für mich war es selbstverständlich zu helfen. In meiner alten Heimat dem Iran ist das völlig normal. Was mich aber wirklich erschüttert ist, dass rund zehn weitere Leute um mich herum standen – und nichts taten. Nur dieser eine Italiener hat sofort und ohne Zögern geholfen", so Mohsan J. Er würde sich nun wünschen, dass mehr Menschen Erste-Hilfe-Kurse machen und das Gelernte dann auch einsetzen, wenn ein anderer Mensch ihre Hilfe braucht.

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