Der Prater machte auf - doch keiner durfte rein

Am Sonntagnachmittag öffnete der Wiener Wurstelprater seine Türen - doch Besucher mussten draußen bleiben. Denn offiziell ist der Vergnügungspark noch "wegen Corona geschlossen".
Laut Gesundheitsministerium müssten die Attraktionen im Prater eigentlich bis Ende Juni geschlossen bleiben. Eigentlich. Denn am Sonntagnachmittag stellten die Schausteller mit einem Probebetrieb ohne Besucher unter Beweis, dass sie durchaus "corona-fit" sind und zahlreiche Schutz-Maßnahmen für Publikum und Mitarbeiter ergriffen wurden.

Attraktionen sind "corona-fit"



So wurden etwa bei den Attraktionen Abstandsmarkierungen angebracht, damit der Mindestabstand genau eingehalten werden kann. Zudem werden in Zukunft Besuchern die Sitzplätze in den Fahrgeschäften so zugeteilt, dass genügend Platz zum Nachbarn bleibt. Die Mitarbeiter tragen Handschuhe und Mund-Nasen-Schutz, Desinfektionsspender stehen bereit, und die Anlagen werden regelmäßig desinfiziert.

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Die Schausteller warten sehnsüchtig darauf, ihre Betriebe wieder aufzusperren. Denn der Wiener Wurstelprater verpasst in der Corona-Krise seine stärkste Jahreszeit. Doch der Vergnügnungspark, mit mehr als fünf Millionen Besuchern im Jahr eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten Wiens, ist gefangen in einem bürokratischen Wirrwarr.

Petition für rasche Prater-Öffnung



Laut Wiener Veranstaltungs-Gesetz zählt den Wurstelprater zu den "pratermäßigen Volksvergnügungen". Für das Gesundheitsministerium macht das Wiener Landesgesetz den Prater damit zu einer Veranstaltung, er dürfte also erst am 1. September öffnen. Das sehen die Betreiber der zahlreichen Attraktionen anders.

"Die für Betriebsstätten und Veranstaltungen zuständige MA 36 ist der Meinung, dass der Wurstelprater im Landesgesetz­ keine Veranstaltung­ im Sinne des Epidemie-Gesetzes ist. Wir fordern die zuständigen Bundesminister auf, gemeinsam an einer Lösung zu arbeiten, die einen Start des Betriebes im Wurstelprater im Rahmen des Epidemie-Gesetzes bis Mitte Mai ermöglicht", heißt es in einer Petition von Praterverbands-Präsident Stefan Sittler-Koidl und Katja Kolnhofer ("Extasy", "Geisterschloss") auf "mein.aufstehn.at".

Von der Öffnung am 15. Mai – gemeinsam mit den Prater-Gastronomiebetrieben wie etwa dem "Schweizerhaus" ("Heute" berichtete) – hängt laut Petition das Schicksal zahlreicher Prater-Attraktionen und mehr als 1.000 Arbeitsplätze ab.





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