Österreich

Der Wahlkampf erfasst "Öffis"

Heute Redaktion
14.09.2021, 16:44

Oberösterreichs SPÖ-Chef Erich Haider fühlt sich medial ausgebremst, aber inhaltlich sogar bestätigt und fordert für heute, Montag, eine Sondersitzung der Landesregierung. Der Hintergrund: Nicht genannte Experten hätten sich zu den Mega-Projekten RegioLiner, City-S-Bahn und neue Linzer Bim in einer Geheimstudie geäußert.

Tatsächlich hat der vor wenigen Tagen entfachte Medienrummel um Vorzüge und Nachteile einzelner Öffi-Ausbaupläne im Zentralraum und dem Mühlviertel weniger mit Sacharbeit als Wahlkampf zu tun: Der ressortzuständige Verkehrsreferent LH-Stellvertreter und SPÖ-Chef Haider wurde via Zeitung über die Sinnhaftigkeit des milliardenschweren RegioLiner-Projektes von Linz nach Aigen-Schlägl als Ersatz für die Mühlkreisbahn (Heute berichtete) informiert. Als Verfasser der Öffi-Vergleichsstudie wurden namentlich nicht genannte Experten angeführt.

Haider beantragt deshalb eine Sondersitzung der Landesregierung, bei der die Vorlage der Studie verlangt werden wird. Inhaltlich sieht sich der rote Verkehrschef von der bislang anonymen Vergleichsstudie sogar bestätigt: Die angeregte Verlängerung der bestehenden Straßenbahnen über die Linzer Stadtgrenzen hinaus sei ohnedies Bestandteil seiner Öffi-Planung (Stichwort: Harter Plateau), die Schaffung einer zweiten Straßenbahn-Achse in Linz ist im Landes-Verkehrsressort evident und das von der ÖVP geschmähte City-S-Bahn-Projekt komme in der jetzt diskutierten Expertise durchaus gut weg.

Jetzt gehe es um eine rasche Umsetzung jener Projekte, die den größten Zuwachs an Fahrgästen im Öffentlichen Verkehr ermöglichen. Zumindest in diesem Punkt stimmen die LH-Stv. Haider und Franz Hiesl (ÖVP) überein.

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