Punktabzug endgültig reduziert

Derby-Eklat: Rapid legt Maßnahmen gegen Homophobie vor

Rapid reagiert auf die skandalösen Szenen nach dem 3:0-Derbysieg gegen die Austria. Die Grün-Weißen wollen einen Maßnahmenkatalog vorlegen.

Sport Heute
Derby-Eklat: Rapid legt Maßnahmen gegen Homophobie vor
GEPA, Screenshots

Es wird nicht ruhig um das 342. Wiener-Derby. Rapid gewann zum ersten Mal im Allianz Stadion gegen Erzrivale Austria. Die Feierlichkeiten uferten aus. Die Derby-Sieger machen sich mit homophoben Sprechchören zum großen Verlierer.

Rapid-Geschäftsführer Steffen Hofmann bezeichnete nach dem Spiel unter dem "Block West" den Erzrivalen ins Megafon brüllend als "Oaschlecha". Er entschuldigte sich dafür, die Austria nahm das zur Kenntnis. Auch Co-Trainer Stefan Kulovits und fünf Rapid-Spieler sangen nach dem Derbysieg gegen die Austria am Sonntag homophobe Gesänge mit den Rapid-Ultras.

Die Bundesliga eröffnete ein Verfahren, zeigte die beteiligten Rapid-Akteure an. Der Verein gibt nun ein Update, wie es weitergehen soll.

"Die Vereinsführung und das Management des SK Rapid sind seit Beginn dieser Woche gemeinsam mit den Beteiligten intensiv mit der Aufarbeitung der Geschehnisse beschäftigt. Auch an dieser Stelle sei einmal mehr angeführt, dass der SK Rapid die auf den Videos von Spielern und einem Mitglied des Trainerteams verbreiteten Inhalte verurteilt und um Entschuldigung bittet. Zudem hat bekanntlich Steffen Hofmann für seinen in einem anderen Video dokumentierten verbalen Fehltritt mehrfach Reue gezeigt und selbstverständlich ebenso um Entschuldigung gebeten", heißt es via Aussendung.

Die Hütteldorfer informieren weiter: "Der Senat 1 der Österreichischen Fußball-Bundesliga hat bekanntlich dazu zwei Verfahren (eines gegen Steffen Hofmann, das andere gegen den SK Rapid im Allgemeinen und die beteiligten Spieler und den Co-Trainer) eingeleitet und eine Frist von einer Woche für etwaige Stellungnahmen eingeräumt. Aufgrund der Dringlichkeit der Aufarbeitung der Geschehnisse wird der SK Rapid dem Senat 1 schon vor Ablauf dieser Frist eine schriftliche Stellungnahme übermitteln und am späten Montagabend die Möglichkeit für persönliche Anhörung wahrnehmen."

"Bei dieser Anhörung präsentiert wird auch ein Maßnahmenkatalog des SK Rapid zur Bekämpfung von Homophobie und Sexismus. Aus Respekt vor dem startenden Verfahren bitten wir um Verständnis, dass es darüber hinaus zur Thematik vom SK Rapid bis dahin keine weiteren öffentlichen Stellungnahmen geben wird. Im Laufe des darauffolgenden Tages werden aber Mitglieder der Vereinsführung wie Präsident Alexander Wrabetz und Vizepräsidentin Edeltraud Hanappi-Egger Medienvertreter*innen für Informationen und Fragen im Rahmen einer Pressekonferenz zur Verfügung stehen und auch die Vereinsmitglieder schriftlich darüber informieren.

Selbstverständlich standen und stehen auch Gespräche mit den zahlreichen grün-weißen Partnern und Sponsoren auf der Agenda, zudem hat der SK Rapid in dieser Woche bereits Kontakt mit mehreren Institutionen, die sich dem Kampf gegen Homophobie und Sexismus annehmen, aufgenommen und wird dies weiter fortsetzen", heißt es von den Grün-Weißen.

Immerhin: Einen kleinen Erfolg darf Rapid dennoch bejubeln: Der bedingte Punktabzug wegen Pyrotechnik-Vorfällen wird von drei Zählern auf einen reduziert. Dazu wurde der von der Bundesliga geforderte Workshop mit der aktiven Fanszene absolviert.

Auf den Punkt gebracht

  • Rapid hat Maßnahmen gegen Homophobie nach dem Derby-Sieg gegen die Austria und den darauffolgenden Skandal angekündigt
  • Trotz des Eklat wurde der punktemäßige Abzug wegen Pyrotechnik von drei auf einen reduziert, nachdem der geforderte Workshop mit der aktiven Fanszene absolviert wurde
red
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