Österreich

Deserteur kehrte nach Urlaub nicht mehr zurück

Heute Redaktion
14.09.2021, 15:05

Ein Scherz seines Kommandanten hat jetzt für einen 22-Jährigen üble Konsequenzen. Der Soldat war nicht mehr aus seinem Urlaub zurückgekehrt und hatte sich stattdessen ins Ausland abgeseilt. Als er wieder nach Österreich kam, erwartete ihn ein Strafprozess.

"Der Vizeleutnant hat gesagt, dass wir unseren Vertrag beim Heer vergessen können, wenn wir aus dem Urlaub nicht mehr zurückkommen. Ich habe das ernst genommen", berichtet der Deserteur in der "Kleinen Zeitung".

Bis Ende Juli 2012 hatte der gebürtige Wiener eine Ausbildung zum Fallschirmjäger in der Klagenfurter Windischkaserne gemacht. Danach unterschrieb er einen dreijährigen Vertrag als Berufssoldat. Bevor er ins Berufsleben einsteigen wollte, fuhr er allerdings noch auf Urlaub.

Prozess statt Fremdenlegion

In den Ferien war sich der Angeklagte über seinen Berufswunsch aber plötzlich nicht mehr so sicher: "Da habe ich mich dann entschlossen, doch nicht beim Bundesheer zu bleiben." Besonderes Unverständnis rief beim Richter der Umstand hervor, dass er seinen Vertrag problemlos hätte kündigen können. Um die Prämien für Auslandseinsätze - die im Vorhinein schon ausbezahlt wurden - behalten zu können, wollte er seinen Vertrag nicht förmlich lösen. Außerdem habe er es "nicht für nötig gehalten".

Nachdem er sich nach längeren Auslandsaufenthalten, unter anderem versuchte er vergeblich bei der französischen Fremdenlegion anzuheuern, wieder nach Österreich kam, wurde ihm der Prozess gemacht. Der Richter  befand ihn der Desertion schuldig, verhängte allerdings die Mindeststrafe von sechs Monaten bedingter Haft.

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