Deshalb ist es gefährlich, alte Smartphones zu benutzen

Wer sein Smartphone gerne länger als zwei oder drei Jahre lang benutzt, sollte einige Sicherheitsvorkehrungen treffen. Sonst haben Hacker ein leichtes Spiel.

Es gibt viele Gründe, ein älteres Smartphone benutzen zu wollen. Sei dies, um weniger Elektroschrott zu produzieren, weil das Telefon noch einwandfrei funktioniert oder weil neuere Geräte oft teuer sind. Es gibt aber auch Gründe, weshalb man keine allzu alten Handys benutzen sollte; dies kann vor allem von einer sicherheitstechnischen Sichtweise her gefährlich sein.

Ältere Telefonmodelle erhalten nämlich oft von ihren Herstellern keine Updates und somit keine Sicherheits-Patches mehr. Finden Hacker eine Hintertür in der Software des Telefons, wird diese also nicht mehr repariert und kann unkontrolliert ausgenutzt werden. Oft verbreiten sich diese auch rasch im Internet.

Wie finde ich heraus, ob mein Smartphone noch sicher ist?

Es ist nicht ganz einfach, herauszufinden, ob ein Telefon noch Sicherheitsupdates erhält oder nicht. Von den Herstellern wird nämlich meist nicht angekündigt, wenn ein Handy nicht mehr unterstützt wird. Dennoch gibt es einige Richtlinien, an die man sich halten kann, um herauszufinden, ob ein Smartphone auf dem neuesten Sicherheitsstand ist oder nicht.

So kann beispielsweise in den Einstellungen überprüft werden, ob die Software des Handys auf dem neuesten Stand ist. Falls das letzte Update bereits Monate oder sogar Jahre zurückliegt und kein neues zur Verfügung steht, wird das Gerät vom Hersteller sehr wahrscheinlich nicht mehr unterstützt. Oft geschieht dies nach rund zwei bis drei Jahren. Die genaue Anzahl der Jahre hängt dabei vom Hersteller ab.

Laut Cnet.com garantiert beispielsweise Google für seine Handys drei Jahre lang Sicherheitsupdates. Alle Nexus-Phones haben somit bereits ihre Sicherheitsupdates verloren und das Pixel 2 wird diesen Oktober aus der Rotation fallen. Beim iPhone sind es aufgrund des weniger großen Volumens an verschiedenen Telefonen fünf Jahre, während denen die Handys unterstützt werden. Das jüngste iOS13 kann also noch auf das iPhone 6S aus dem Jahr 2015 installiert werden. Samsung veröffentlicht jeweils auf dieser Website eine Liste mit Handys, die Updates erhalten. So kann überprüft werden, ob das eigene Samsung-Telefon noch unterstützt wird.

Wie benutze ich ein altes Telefon dennoch sicher?

Wie Christoph Hebeisen der Security-Firma Lookout gegenüber Cnet.com sagt, ist es am sichersten, kein altes Telefon zu nutzen. Denn auf diesen Geräten kann es immer und häufig unbemerkt zu Sicherheitslücken kommen. Wer sich dennoch nicht von seinem alten Handy trennen möchte, kann einige Sicherheitsvorkehrungen treffen.

Wieso werden alte Handys nicht mehr unterstützt?

Jedes neue Update für Android oder iOS muss einem langen Sicherheitstest unterzogen werden und wird ständig auf mögliche Lücken überprüft. Dies nimmt viel Arbeit in Anspruch und kann nicht für alle alten Versionen einer Software durchgeführt werden. Daher werden jeweils nur neuere Telefone weiterhin von den Herstellern unterstützt. Sobald die Software nicht mehr aktualisiert wird, verbreiten sich in Hacker-Communitys Sicherheitsrisiken für bestimmte Telefone jeweils rasch und können fortan ausgenutzt werden.

Zuerst einmal sollte auf jeden Fall das letzte Softwareupdate installiert sein. Wer sein Gerät gebraucht gekauft hat, sollte darüber hinaus unbedingt sicherstellen, dass es vor dem Gebrauch richtig auf die Werkseinstellungen zurückgesetzt wurde. Außerdem sollten nur Apps aus dem entsprechenden App-Store und keine APK-Dateien heruntergeladen werden.

Es muss aber auch darauf geachtet werden, welche Informationen von dem alten Gerät verarbeitet werden. So sollte es möglichst vermieden werden, Bankdaten oder Banking-Apps auf dem Handy abzuspeichern. Auch mit Arbeitskonten und -E-Mails sollte vorsichtig umgegangen werden. Am besten installiert man diese gar nicht erst auf dem alten Gerät. Dasselbe gilt auch für Fotos – es sollten nur die Bilder auf dem Handy gespeichert werden, die man auch freiwillig im Internet teilen würde.

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