Deshalb leuchtet Wien ab Mittwoch orange

Wien leuchtet zwei Wochen orange - gegen Gewalt an Frauen. 
Wien leuchtet zwei Wochen orange - gegen Gewalt an Frauen. Martin Juen / SEPA.Media / picturedesk.com
Ab Mittwoch leuchten in Wien anlässlich der Kampagne "16 Tage gegen Gewalt an Frauen" viele öffentliche Gebäude wieder orange.

Die weltweite UNO-Kampagne "Orange the World – 16 Tage gegen Gewalt an Frauen" startet am 25. November und hat zum Ziel, auf Gewalt an Frauen und Mädchen aufmerksam zu machen. Mit verschiedenen Initiativen soll ein Bewusstsein dafür geschaffen werden, dass Gewalt gegen Frauen und Mädchen als massive Menschenrechtsverletzung nachhaltige Folgen für die Betroffenen selbst, aber auch für die gesamte Gesellschaft hat.

Auf der ganzen Welt werden aus diesem Grund öffentliche Gebäude in oranges Licht gehüllt. 16 Tage dauert die Kampagne - zwischen dem Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen und Mädchen am 25. November und dem Internationalen Tag der Menschenrechte am 10. Dezember.

Bereits seit dem Jahr 2017 wird die Kampagne "Orange the World" von UN Women Austria, Soroptimist International Austria, dem Ban Ki-Moon Centre for Global Citizens und HeForShe Graz umgesetzt. Sie ist in die Kampagne des UN-Generalsekretärs, "UNiTE to End Violence against Women by 2030", eingebettet und thematisiert das Ausmaß und die verschiedenen Ausprägungen von Gewalt gegen Frauen.

Gewalt an Frauen in Österreich

Häusliche Gewalt ist ein Thema, das nicht nur in Zeiten des Lockdowns präsent ist. Etwa 20 Prozent aller österreichischen Frauen ab 15 Jahren sind von körperlicher oder sexueller Gewalt betroffen. Die Zahl der Frauen in Österreich, die Erfahrung mit sexueller Belästigung gemacht haben, liegt bei rund 35 Prozent. Von Anzeigen wird jedoch in vielen Fällen abgesehen. Deshalb setzt die UNO-Kampagne auf Bewusstmachen, Vorbeugen und Reagieren.

Wie auch in den vergangenen drei Jahren übernimmt die Schirmherrschaft von "Orange the World" auch heuer wieder Schauspielerin Ursula Strauss. Sie engagiert sich aktiv im Kampf gegen Gewalt an Frauen und Mädchen. Strauss tritt dafür ein, dass Gewaltopfer die Chance erhalten, sich mit ihren Erfahrungen in der Öffentlichkeit positionieren zu dürfen.

 Ursula Strauss übernimmt auch heuer die Schirmherrschaft.
Ursula Strauss übernimmt auch heuer die Schirmherrschaft.Günther Pichlkostner / First Look / picturedesk.com

Gebäude erstrahlen in oranger Farbe

In den kommenden zwei Wochen werden mehr als 160 Gebäude in ganz Österreich orange beleuchtet. In der Bundeshauptstadt sind das unter anderem das Theater in der Josefstadt, das Bundeskanzleramt, das Raiffeisenhaus am Donaukanal, die Albertina, das Parlament, das Künstlerhaus am Karlsplatz oder das Funkhaus Wien.

So soll ein sichtbares Zeichen gegen Gewalt an Frauen und Mädchen gesetzt werden.

Innenministerium erstmals auch orange

Auch das Innenministerium wird erstmals in Orange erstrahlen. "Mir ist es ein großes Anliegen, dass sich das Innenministerium heuer zum ersten Mal an dieser Kampagne beteiligt. Mit der Teilnahme setzen wir ein klares Zeichen gegen Gewalt an Frauen und Kindern und möchten zur Sensibilisierung beitragen", sagte Innenminister Karl Nehammer.

"Jedes Opfer häuslicher Gewalt ist eines zu viel", so Nehammer weiter.

"Für die Polizei ist die große Herausforderung, dass sie über Gewalt informiert wird. Wir können immer nur dann einschreiten, wenn wir gerufen werden", schilderte der Innenminister "Es geht vor allem um die Bewusstseinsbildung in der Bevölkerung. Gerade in Zeiten einer Pandemie, wo erhöhter Druck auch in Familien ist, ist es wichtig, dorthin zu schauen, wo man hinschauen muss."

Die wichtigste Botschaft laute daher: "Wenn sich Opfer bedroht fühlen, wenn Frauen Angst haben, dann gibt es eine Telefonnummer, die immer zu wählen ist, und das ist 133."

Appell von Van der Bellen

Auch Bundespräsident Alexander Van der Bellen übermittelte per Twitter-Video eine wichtige Botschaft anlässlich des heutigen Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen und Mädchen. "Nicht wegschauen!", appellierte er.

Gewalt an Frauen und Mädchen habe viele Ursachen, "etwa falsche Rollenbilder oder Gewaltverherrlichung, dazu noch die Covid-19-Pandemie mit all ihren Problemen". Die Botschaft des Staatsoberhauptes: 

"So wie wir den Kampf gegen die Pandemie gemeinsam durchstehen müssen, muss auch der Kampf gegen Gewalt an Frauen und Mädchen gemeinsam geführt werden."

#orangetheworld

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